Neben dem Superschwergewichtler sicherten sich Almir Velagic (+105 kg) und Ex-Europameister Jürgen Spieß (beide Speyer/bis 105 kg) in Heidelberg ihr Startrecht. Spieß verdrängte dabei Stoßen-Europameister Tom Schwarzbach (Chemnitz/bis 85 kg) durch eine größere Normübererfüllung im letzten Moment noch aus dem Olympia-Kader. Jakob Neufeld (Obrigheim/bis 77 kg) und Robby Behm (Chemnitz/beide bis 105 kg) müssen bei den Spielen ebenfalls zuschauen.
Vor rund 1000 Zuschauern hatten sechs deutsche Gewichtheber um die drei zu vergebeneden Olympia-Tickets der Männer gekämpft. Steiner zeigte knapp zwei Monate nach seinem überraschenden EM-Silber mit 410 kg (185 kg im Reißen/225 kg im Stoßen) eine ausbaufähige Zweikampf-Leistung. Er hatte mit 424 kg bei der EM im April in Antalya die Norm von 399 kg mit dem größten Gewichtsüberschuss geschafft, seine Nominierung für London war daher nur noch Formsache.
Dort wird es für den 29-Jährigen aber wohl keine Wiederholung seines Märchens von Peking 2008 geben. Zu dieser Überzeugung kam Bundestrainer Frank Mantek nach weiteren Rückschlägen des gebürtigen Österreichers in der Vorbereitung auf das Großereignis. "Ich gehe nicht davon aus, dass er um die Goldmedaille kämpfen kann. Man muss die Sache realistisch angehen, man kann nicht nur von Träumen leben", sagte Mantek.
Die deutschen Starterinnen für London präsentierten sich in guter Form. In Julia Rohde (Görlitz/bis 53 kg) und Christin Ulrich (Ladenburg/bis 58 kg) werden in der britischen Hauptstadt erstmals zwei deutsche Frauen bei Olympischen Spielen an den Start gehen.
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