Turnen: Anwaltskanzlei soll Vorwürfe gegen Trainerin klären

Hamburg (SID) - Der Deutsche Turner-Bund (DTB) lässt die erhobenen Vorwürfe gegen eine Trainerin am Bundesstützpunkt in Chemnitz von einer Anwaltskanzlei untersuchen. "Uns ist wichtig, dass die Sachverhalte unabhängig untersucht werden, dazu haben wir bereits eine Anwaltskanzlei beauftragt", sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam dem SID. Diese werde gemeinsam mit einem Psychologen "kurzfristig die Arbeit aufnehmen".
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Turn-EM: Deutschland verzichtet aus Sicherheitsgründen © SID

Es werde "gerade ein Team zusammengestellt, an das sich Athletinnen mit Sachverhalten wenden können, die in Beziehung zum Bundesstützpunkt Chemnitz stehen", sagte Willam und erklärte, dass der DTB die Trainerin "bis zur Klärung der Vorwürfe nicht zu zentralen Lehrgangs- und Wettkampfmaßnahmen einladen" werde. Angestellt ist die Trainerin beim Olympiastützpunkt in Chemnitz, daher müsse dieser oder der Landessportbund Sachsen über mögliche arbeitsrechtliche Maßnahmen entscheiden.

Im Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatten die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer sowie fünf weitere Athletinnen eine Trainerin aus Chemnitz beschuldigt, Psychoterror ausgeübt zu haben. Auch seien verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Absprache verabreicht worden.

DTB-Präsident Alfons Hölzl berichtete im Deutschlandfunk, dass er von einem Konflikt zwischen zwei Turnerinnen und einer Trainerin in Chemnitz gewusst habe. Dieser sei aber seiner Darstellung nach "gelöst" worden. Die Vorwürfe in dem nun berichteten Ausmaß seien ihm und seinen Mitarbeitern nicht bekannt gewesen: "Mag sein, dass wir hier zu wenig sensibel waren dafür", fügte Hölzl hinzu, "dass man das vielleicht auch merken hätte können."

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