Urlaub statt Heim-WM: Aussortierter Reichmann sorgt für Wirbel

Berlin (SID) - Urlaub in Orlando statt Handball in Berlin: Der kurz vor der Heim-WM aus dem deutschen Kader aussortierte Europameister Tobias Reichmann hat sich mit einem vielsagenden Kommentar in den Kurzurlaub nach Florida verabschiedet. "Ich bin dann mal weg. Wieso, weiß ich gar nicht genau...Ahhh, doch...Spontanurlaub", schrieb der Rechtsaußen von Bundesligist MT Melsungen auf Instagram und postete ein Bild von sich am Flughafen, versehen mit dem Hashtag "#sorrynotsorry".
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Urlaub statt Heim-WM: Der aussortierte Tobias Reichmann © SID

"Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Spieler, die da sind. Sie haben unsere vollstes Vertrauen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID. Konsequenzen für Reichmann, der die einzige personelle Alternative zu Rechtsaußen Patrick Groetzki darstellt, schloss er zunächst aus.

Der Post war die erste öffentliche Reaktion von Reichmann auf seine überraschende Aussortierung durch Bundestrainer Christian Prokop am vergangenen Sonntag. Am Donnerstag legte er mit einem Foto vom nächtlichen Orlando nach: "Berlin äähhh Orlando by night", schrieb er. Ein weiteres Selfie vor seinem Abflug, über das auch das ARD-Morgenmagazin berichtete, kommentierte Reichmann mit der Botschaft "Tschausen ihr Banausen".

"Tobi wollte einmal ganz raus und abschalten. Die Enttäuschung bei ihm ist riesengroß", sagte Hanning. Reichmann könne bei Bedarf innerhalb zwölf Stunden wieder beim Team sein.

Axel Geerken, Vorstandschef von MT Melsungen, erklärte, dass der fünftägige Urlaubstrip mit dem Verein abgesprochen sei. "Ich persönlich hätte in seiner Position aber ein anderes Urlaubsziel gewählt", sagte Geerken dem SID.

Bundestrainer Christian Prokop kann im Turnierverlauf bis zu drei Wechsel im WM-Kader vornehmen, dafür stehen zwölf Spieler aus dem erweiterten Kader zur Verfügung - zu ihnen zählt auch Reichmann. Der Europameister von 2016 war am vergangenen Sonntag überraschend aus dem Kader gestrichen worden. In Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) steht damit nur ein gelernter Rechtsaußen im deutschen WM-Kader.

"Überraschen tut einen zwar nichts mehr, aber damit habe ich nicht gerechnet. Das hatte sich nicht angedeutet", sagte Groetzki über die Entscheidung gegen Reichmann.

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