Das DFB-Team verfüge über etliche Weltklassespieler. "Neuer, Lahm, Khedira, Schweinsteiger, Özil, auch Gomez zähle ich dazu. Und dann kommen einige, die auf dem Sprung zur Weltklasse stehen: Götze, Kroos", sagte der 65-Jährige.
Angesprochen auf die Vergleiche der Leitfiguren der 96er-Europameister-Mannschaft wie Matthias Sammer und Jürgen Klinsmann mit den heutigen Führungsspielern wie Schweinsteiger und Kapitän Philipp Lahm sagte Vogts: "Anführer werden nur geboren, wenn du Titel holst. Der muss jetzt kommen! Nur Schönwetterspielen reicht nicht. 1994 hatten wir in den USA den besten Kader von allen, haben aber den WM-Titel verschenkt, weil viel Unruhe da war. 1996 haben wir es gepackt, weil wir unglaubliche Charaktere hatten. Was ein Dieter Eilts geleistet hat - sensationell."
Manchmal sei ihm allerdings "alles zu ruhig". Das habe auch mit der Erziehung zu tun. "Heutzutage herrscht ein globales Denken, bloß keinem wehtun - das geht im Fußball aber nicht. Da musst du auch mal jemanden umtreten und Kollegen glasklar die Meinung sagen. Khedira muss seine Persönlichkeit mehr raustellen. Auch Poldi mit seinen 97 Länderspielen", erklärte Vogts, derzeit Nationaltrainer von Aserbaidschan.
Die heutige Spielergeneration sei allerdings leichter zu führen. "Früher hatte ich es nur mit Banditen zu tun. Mario Basler glaubt bis heute, dass ich keine Ahnung hatte, dass er gequalmt hat", berichtete Vogts und erinnert sich an ein Länderspiel 1997 gegen Portugal in Berlin: "Am nächsten Morgen war ich früh laufen. Als ich zum Hotel zurückkehrte, ließ sich Basler nach einer langen Nacht im Taxi vorfahren. Ich habe nur gefragt: Na, Mario, warst du in der Kirche?"
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