WADA kündigt Untersuchung zu Moskauer Dopingdaten an

Berlin (SID) - Russland muss in der jüngsten Affäre um mögliche Manipulationen von Daten aus dem Moskauer Dopinglabor immer mehr mit Sanktionen rechnen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kündigte am Montag eine Untersuchung an. Die WADA gab Russland drei Wochen Zeit, um auf die Ungereimtheiten zu reagieren.
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Russland muss mit Sanktionen rechnen © SID

"Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli nach einer Sitzung der WADA-Exekutive in Tokio.

Die WADA zweifelt an der Echtheit der Daten aus dem Moskauer Labor, die das Ausmaß des institutionalisierten Dopingprogramms belegen sollen. Konkret sollen nach Angaben des Vorsitzenden des zuständigen WADA-Gremiums, Jonathan Taylor, positive Dopingtests gelöscht worden sein. "Die Frage ist nun, warum?", zitierte die New York Times Taylor. Wenn Russland Sanktionen vermeiden wolle, müsse das Land eine Erklärung "aus dem Hut zaubern". Voraussichtlich am 23. Oktober will das Gremium über mögliche Sanktionsvorschläge entscheiden.

Die Übergabe der Daten aus dem Labor-Informations- und Management-System (LIMS) des Moskauer Labors war eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der RUSADA in die WADA. Darin enthalten sind die Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015, in diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein.

Die WADA hatte im Vorfeld gewarnt, "strengste Sanktionen" zu ergreifen, falls sich herausstellt, dass die Daten manipuliert seien. Nicht nur die erneute Suspendierung der RUSADA könnte ein Thema werden, auch müssen sich russische Athleten auf Konsequenzen einstellen. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang durften russische Sportler nur unter neutraler Flagge antreten.

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