Bessere Hygienevorschriften und mehr Kontrollen

Aigner: Verbraucher ein Jahr nach EHEC besser geschützt

Berlin (AFP) - Knapp ein Jahr nach Ausbruch der EHEC-Epidemie sind die deutschen Verbraucher nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums besser vor Lebensmittelinfektionen geschützt. Bei der Herstellung von Sprossen gelten künftig strengere Hygienevorschriften, die amtlichen Kontrollen sollen engmaschiger werden und bis September soll ein gemeinsamer Krisenstab von Bund und Ländern vereinbart werden, teilte das Ministerium mit. Die EHEC-Epidemie war Anfang Mai 2011 ausgebrochen, bis Juli starben 53 Menschen. Als Ursache wurden Sprossen aus Bockshornkleesamen ausgemacht.
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EHEC-Nachuntersuchung © AFP

Während und nach der Epidemie war heftige Kritik am Krisenmanagement des Staates laut geworden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und das Gesundheitsministerium versprachen Besserung. Der Bundesrechnungshof kritisierte im November, mehr als 400 verschiedene Behörden seien in Deutschland für die Überwachung von Lebens- und Futtermitteln zuständig. Notfallpläne der Länder bestünden nebeneinander, eine verbindliche Zusammenarbeit sei nicht vorgesehen.

Bund und Länder wollen laut Verbraucherministerium daher einen jederzeit einsatzbereiten Krisenstab beschließen, wie er während der EHEC-Epidemie aus Not eingerichtet worden war. Die Vereinbarung könne im September bei der Verbraucherschutzministerkonferenz in Hamburg unterzeichnet werden, erklärte das Ministerium. Der Krisenstab mit Experten der Länder, von Bund und EU sei erfolgreich gewesen; er habe beim Aufspüren der EHEC-Ursache wie eine Sonderkommission der Polizei gearbeitet.

Mit den Ländern sollen auch klarere Regeln für die Kommunikation in Krisenfällen vereinbart werden, sagte der Leiter des damaligen Krisenstabes, Bernhard Kühnle vom Verbraucherministerium in Berlin. Dies bedeute aber auch "Selbstbeschränkungen" auf Seiten der Länder. Doch "erfolgversprechender" als Änderungen in der föderalen Struktur sei nach Ansicht des Ministeriums die konstruktive Zusammenarbeit mit den Ländern.

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