"Die Zeit für eine Expansion von Airbus in Amerika ist gekommen", sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier. Die USA seien der weltweit größte Markt für Single-Aisle-Flugzeuge wie das Modell A320. In den kommenden 20 Jahren gebe es einen Bedarf von 4600 dieser Flugzeuge mit nur einem Gang zwischen den Sitzreihen, die auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt werden.
In Alabama sollen den Angaben zufolge künftig die Modelle A319, A320 und A321 endmontiert werden. Mit dem Bau der Produktionsstätte werde im Sommer 2013 begonnen, die Flugzeugmontage starte voraussichtlich 2015. Airbus plane ab 2018 eine Produktion zwischen 40 und 50 Flugzeugen pro Jahr. Derzeit baut die EADS-Tochter ihre Flugzeuge neben dem Hauptsitz im südfranzösischen Toulouse auch am Standort Hamburg sowie im chinesischen Tianjin.
Boeing hatte die Airbus-Pläne schon im Vorfeld kritisiert. Der europäische Konkurrent profitiere von "illegalen Hilfen" der europäischen Regierungen und werde unter Missachtung des internationalen Handelsrechts "tausende von Arbeitsplätzen in den USA zerstören", erklärte Boeing am Freitag, nachdem die "New York Times" über den Bau des Werks in Alabama berichtet hatte. Boeing stellt seine Maschinen ausschließlich in den USA in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington und in Charleston in South Carolina her.
Airbus-Vertriebschef John Leahy sagte auf einer Pressekonferenz am Montag, dass das Unternehmen in den USA bei den mittelgroßen Flugzeug-Typen derzeit einen Marktanteil von 20 Prozent habe. Mit dem neuen Werk könnte der Anteil auf 50 Prozent gesteigert werden, sagte Leahy. Außerdem verringert Airbus mit dem US-Standort seine Wechselkursrisiken: Flugzeuge werden auf dem internationalen Markt in Dollar bezahlt, der Großteil der Kosten bei einer Produktion in Europa fällt für Airbus dagegen in Euro an.
In Mobile, wo Airbus bereits ein Ingenieurszentrum unterhält, sollen dem Unternehmen zufolge tausend neue Arbeitsplätze entstehen. Zu den Kosten für die Produktionsstätte machte Airbus keine Angaben. Die "New York Times" schrieb von geplanten Investitionen im Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar. EADS-Chef Tom Enders versicherte im Nachrichtensender n-tv, dass das neue Werk keinen Stellenabbau in Europa zur Folge haben werde.
Noch keine Kommentare vorhanden