Bundeswirtschaftsminister kritisiert US-Regierung für Aufkaufen von Remdesivir

Altmaier warnt vor Folgen der Corona-Krise in den USA für Weltwirtschaft

Berlin (AFP) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat vor weitreichenden Folgen der Corona-Ausbreitung in den USA für die Weltwirtschaft gewarnt. "Mir macht die steigende Zahl von neuen Ansteckungen in den USA große Sorgen", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag". "Eine Pandemie, die dort außer Kontrolle gerät, hat große Folgen für die Weltwirtschaft."
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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) © AFP

Zugleich kritisierte der Minister die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, das Medikament Remdesivir in großem Stil für die Corona-Patienten in den USA aufzukaufen. "Alleingänge im Kampf gegen Corona helfen niemandem", sagte Altmaier. "Das Leerkaufen von Märkten und Monopolisieren von Impfstoffen sind eine besonders schlechte Idee." Vielleicht solle durch das Vorgehen der US-Regierung "auch nur von den großen Problemen im eigenen Land abgelenkt werden".

Die Weltgemeinschaft könne das neuartige Coronavirus nur gemeinsam bekämpfen, mahnte Altmaier. "Das weiß hoffentlich auch der amerikanische Präsident."

Remdesivir wurde von dem US-Konzern Gilead eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Nach den USA und Japan hat auch die EU das Mittel zur Behandlung von Corona-Patienten zugelassen. Die EU-weite Versorgung mit dem Mittel ist allerdings fraglich. Die US-Regierung hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, sich nahezu die gesamte Produktion des Mittels für die nächsten Monate gesichert zu haben.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit.Dort wurden bereits mehr als 2,8 Ansteckungen nachgewiesen, fast 130.000 Infizierte starben.

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