Linke fordert erneut gesetzlichen Mindestlohn

Aufstocker arbeiten meist im Dienstleistungsgewerbe

Berlin (AFP) - Wer arbeitet und dennoch auf Hartz IV angewiesen ist, hat meist einen Job im Dienstleistungsgewerbe - als Reinigungskraft etwa, Verkäuferin, Koch oder Erzieherin. Die zehn Berufsgruppen mit den meisten Aufstockern sind in dieser Branche zu finden, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Deren arbeitsmarktpolitische Sprecherin, Sabine Zimmermann, forderte am Mittwoch als Konsequenz erneut einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn.
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Aufstocker arbeiten meist im Dienstleistungsgewerbe © AFP

Laut Bundesregierung gab es im Juni 2011 rund 914.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die zusätzlich das Arbeitslosengeld II bekamen. 70 Prozent von ihnen kamen aus zehn Berufsgruppen im Dienstleistungssektor: Reinigungskräfte, Hilfsarbeiter, Bürofachkräfte, Köche, Lagerverwalter und -arbeiter, Gesundheitsdienstberufe, Berufe in der Gastronomie, Sozialarbeiter und Erzieherinnen. Die Bundesregierung betonte in ihrer Antwort, dass viele Aufstocker nur geringfügig oder in Teilzeit arbeiteten.

Ursache dafür, dass Erwerbstätige trotz Vollzeitbeschäftigung Hartz IV brauchen, um den Lebensunterhalt zu sichern, sei nicht zwangsläufig ein niedriger Lohn, erklärte die Bundesregierung weiter. Ursache könne auch der Bedarf der gesamten Bedarfsgemeinschaft sein, also der im Haushalt lebenden Menschen. Zimmermann betonte aber, dass in zwei Berufsgruppen übermäßig oft zu Niedriglöhnen gearbeitet wird: In Reinigungsberufen arbeitet jeder zweite Vollzeitbeschäftigte zu einem Niedriglohn, in Verkaufsberufen jeder dritte. Die Niedriglohnschwelle liegt in Deutschland bei 1802 Euro im Monat brutto.

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