Rund 113.000 Versicherte müssen sich neue Kasse suchen

BKK für Heilberufe wird zum Jahresende geschlossen

Bonn/Düsseldorf (AFP) - Zweite Kassenschließung nach Einführung des Gesundheitsfonds: Nach der City BKK macht nun auch die BKK für Heilberufe dicht. Das Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn gab das Aus der finanziell angeschlagenen Kasse zum 31. Dezember bekannt. BVA-Präsident Maximilian Gaßner erwartet, dass der Kassenwechsel für die rund 113.000 Versicherten besser funktioniert als nach der Schließung der City BKK.
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Zentrale in Düsseldorf © AFP

Die Schließung der BKK für Heilberufe zeichnete sich bereits Anfang Oktober ab, nachdem ein potenzieller Fusionspartner abgesprungen war. Seit Jahren schon steckte die Kasse in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und litt unter einem Mitgliederschwund. Die Sanierungsmaßnahmen hätten letztlich nicht zum Erfolg geführt, so dass die "schmerzhafte Entscheidung" unumgänglich gewesen sei, erklärte BVA-Präsident Maximilian Gaßner.

Die Versicherten können nun unabhängig von Alter und Gesundheitszustand in eine andere gesetzliche Krankenkasse wechseln. Die anderen Kassen dürfen niemanden abweisen. Gaßner forderte die Kassen auf, dafür zu sorgen, dass der Wechsel "problemlos und unbürokratisch funktioniert". "Sollte es wieder Krankenkassen geben, die sich rechtswidrig verhalten und versuchen, Versicherte abzuwimmeln, wird das BVA mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen", warnte er.

Zum 1. Juli war mit der City BKK erstmals nach der Schaffung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 eine gesetzliche Kasse geschlossen worden. Ihre Mitglieder hatten teilweise erhebliche Probleme beim Wechsel, viele wurden nach eigenen Angaben von anderen Kassen mit fadenscheinigen Argumenten zurückgewiesen.

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet im Fall der BKK für Heilberufe keine großen Probleme beim Kassenwechsel. Die Kassen seien diesmal "besser vorbereitet" auf die Aufnahme der Versicherten, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Berlin. Die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, zeigte sich überzeugt, dass die Versicherten der BKK für Heilberufe "von allen Krankenkassen mit offenen Armen aufgenommen werden".

Der Versicherungsschutz für die bisherigen Versicherten der BKK für Heilberufe bleibt lückenlos bestehen. Pflichtversicherte müssen sich spätestens bis Mitte Januar eine neue Kasse suchen. Für die Betroffenen wurde eine Hotline geschaltet. Pflichtversicherte können sich unter der Rufnummer 0211-69828080 und freiwillig Versicherte unter der Rufnummer 0211-69828090 informieren.

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