Aktionäre machen ihrer Wut bei Hauptversammlung Luft

Barclays entschuldigt sich für hohes Gehalt für Bankchef

London (AFP) - Angesichts wütender Aktionärsproteste hat sich der Verwaltungsratschef der britischen Großbank Barclays für das Millionengehalt an Bankchef Bob Diamond entschuldigt. Bei der Barclays-Hauptversammlung in London sagte Marcus Agius, er habe die Unzufriedenheit einer "bedeutenden Minderheit" der Aktionäre zur Kenntnis genommen. Diamond erhält trotz schlechter Zahlen im Jahr 2011 insgesamt 17,7 Millionen Pfund (21,7 Millionen Euro).
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Bob Diamond © AFP

Gegen den Bericht über die Vorstandsgehälter stimmten bei der Versammlung knapp 27 Prozent der Barclays-Aktionäre, darunter auch große institutionelle Anleger, wie die Bank nach der Veranstaltung mitteilte. Etwa fünf Prozent der Stimmberechtigten enthielten sich demnach. Der Vorsitzenden des Gremiums zur Festlegung der Gehälter, Alison Carnwath, verweigerten der Mitteilung zufolge rund 24 Prozent der Anleger das Vertrauen.

Am heftigsten wurde eine "Entschädigung" in Höhe von 5,75 Millionen Pfund wegen einer Steuernachzahlung in den USA kritisiert. Diamond ist US-Bürger. In der vergangenen Woche war Barclays angesichts der Proteste schon zurückgerudert und hatte bekanntgegeben, dass Diamond sich einverstanden erklärt habe, auf die Hälfte der 2,7 Millionen Pfund Bonus zu verzichten, die Barclays ihm für die Erreichung bestimmter Ziele zahlen wollte.

Vielen Aktionären der Bank reichte dies jedoch nicht. Der Pensionsfonds LAPFF etwa erklärte, er könne dem Vorstand unter diesen Umständen nicht das Vertrauen aussprechen. Erst vor rund zwei Wochen war es bei der US-Großbank Citigroup zum Eklat gekommen, als die Mehrheit der Aktionäre die Auszahlung eines Millionenbonus an Vorstandschef Vikram Pandit ablehnte. Er sollte umgerechnet 11,3 Millionen Euro bekommen.

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