Strom aus Windkraft würde demnach den größten Teil der Energie aus den Wüstenregionen rund um das Mittelmeer ausmachen, gefolgt von Solarstrom, heißt es in der Studie. Bis zu 20 Prozent ihres Stroms könnten die Europäer demnach aus Nordafrika oder dem Nahen Osten beziehen. Die produzierenden Länder selbst könnten ihren wachsenden Energiebedarf ebenfalls aus den erneuerbaren Energien decken - und mit dem überschüssigen Strom eine Exportindustrie aufbauen.
Zugleich könne Europa auf diesem Weg viel Geld in der Stromerzeugung sparen: Die Kosten für Ökostrom aus den Mittelmeer-Anrainerregionen lägen 20 Prozent unter den Ausgaben bei einer Produktion in Europa selbst. Demnach würde die Erzeugung einer Megawattstunde Strom in Europa 73 Euro kosten, der Wüstenstrom einschließlich der Transportkosten dagegen nur 58 Euro pro Megawattstunde. Die Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten könnten das ganze Jahr über stabil Solarenergie liefern, auch während kalter Winter in Europa. So könne auch der Aufbau teurer Überkapazitäten in Europa vermieden werden.
Ein solches internationales Versorgungssystem würde es zudem ermöglichen, die europäischen Kohlendioxid-Ziele bei der Energieerzeugung mit einer Verringerung des Ausstoßes um 95 Prozent zu erreichen, hieß es in der Studie. Auch die Abhängigkeit Europas von einzelnen Ländern würde sich verringern.
Das Wüstenstrom-Projekt Desertec war Ende 2009 an den Start gegangen und gilt als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der Welt mit notwendigen Investitionen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und auch Teile des europäischen Stromverbrauchs zu decken. Zu den Desertec-Gesellschaftern gehören zahlreiche Konzerne aus Deutschland und anderen Ländern, darunter auch Siemens und die Münchner Rückversicherung.
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