Dax fällt um vier Prozent - Ölpreis deutlich im Minus

Börsenkurse in Europa und den USA wegen Coronavirus auf Talfahrt

London (AFP) - Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat die Börsen in Europa und den USA am Montag auf Talfahrt geschickt. Bis Börsenschluss in Frankfurt am Main gab der Dax um vier Prozent nach. Auch die Börsen in London, Madrid und Zürich stürzten um mehr als drei Prozent ab. In Mailand brachen die Kurse sogar um 5,4 Prozent ein. Auch die US-Börsen trieb die Virus-Angst ins Minus: Der Aktienindex Dow Jones verlor nach Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street rund drei Prozent.
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Hintergrund der Einbrüche ist die Ausbreitung des Coronavirus in Italien. Das Land hat sich zuletzt zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Mehr als 200 Ansteckungsfälle wurden dort inzwischen nachgewiesen, mindestens fünf Menschen starben an der Infektion.

In London sank das Börsenbarometer FTSE 100 bis Börsenschluss um 3,3 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag. In Paris ging der CAC der 40 größten Unternehmen um 3,9 Prozent zurück. In Italien stürzte das Börsenbarometer in Mailand um 5,4 Prozent ab.

Zuvor hatten bereits die Börsen in Asien im Minus geschlossen. Das Börsenbarometer in Seoul stürzte bis Handelsschluss um 3,9 Prozent ab. Die Behörden in Südkorea hatten zuvor einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen gemeldet. Der Hang Seng Index an der Börse in Hongkong fiel um 1,8 Prozent. Die Börse in Shanghai schloss dagegen um lediglich 0,3 Prozent niedriger.

Die Anleger hätten realisiert, dass es zu früh gewesen sei, negative Folgen der Epidemie in China auf die Wirtschaft als vernachlässigbar abzutun, erklärte der Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. "Die Investoren, die dachten, ihre Anlagen in den USA oder in Europa seien vor der Angst vor dem Coronavirus sicher, müssen jetzt umplanen", sagte auch Analyst Jasper Lawler von der London Capital Group. Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank erklärte, es sei "sicher", dass sich die Störung der Wirtschaft in sinkenden Unternehmensgewinnen und fallenden Wachstumszahlen zeigen werde.

An der Börse in Frankfurt am Main litten vor allem vom Tourismus abhängige Unternehmen wie die Lufthansa. Ihr Aktienkurs stürzte am Vormittag um mehr als sieben Prozent ab. Auch die Papiere der Automobilhersteller und -zulieferer gaben stark nach; sie machen einen großen Teil ihrer Umsätze in China und haben dort auch Fabriken.

Die Angst vor den Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft setzte auch dem Ölpreis zu. Er sank um vier Prozent.

Dagegen stieg der Goldpreis in London weiter an. Der Preis für eine Feinunze (31,10 Gramm) Gold kletterte am Bullion Market, dem wichtigsten außerbörslichen Handelsplatz für das Edelmetall, auf 1689 Dollar (1561 Euro). Zuletzt hatte der Goldpreis im Januar 2013 diese Werte erreicht. Gold gilt vielen Investoren in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als sichere Anlagemöglichkeit.

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