200 Milliarden Euro gegen Krise

Brüssel plant "Marshall-Plan" zu Belebung der Wirtschaft

Madrid (AFP) - Die Europäische Kommission will offenbar einen "Marshall-Plan" zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise in Europa auflegen. Es sollten 200 Milliarden Euro für Investitionen in Infrastruktur, Erneuerbare Energien und Schlüsseltechnologien mobilisiert werden, berichtet die spanische Zeitung "El País" unter Berufung auf EU-Vertreter. Die Finanzierung könne durch die Europäische Investitionsbank (EIB) und den Europäischen Stabilitätsmechanismus (EFSM) erfolgen.
Aufbau einer Windkraftanlage in Frankreich Bild anzeigen
Aufbau einer Windkraftanlage in Frankreich © AFP

Dem Bericht zufolge sollten zwölf Milliarden Euro aus dem EFSM-Fonds, die noch nicht abgerufen worden sind, verwendet werden, um durch "komplizierte Finanzinstrumente" private Mittel für die EIB zu mobilisieren. Diese Mittel sollten dann als Garantie benutzt werden, um öffentlich-private Infrastrukturprojekte zu initiieren. Der EFSM-Fonds ist eine Ergänzung zum Rettungsfonds EFSF und wird vom EU-Budget getragen.

Eine andere Möglichkeit zur Finanzierung des Plans wäre nach Angaben von "El País", die Mitgliedstaaten um die Zahlung von zehn Milliarden Euro an die EIB zu bitten. Eine Entscheidung für diesen Weg sei angesichts der klammen Haushalte der EU-Staaten aber unwahrscheinlich, schrieb die Zeitung. Demnach soll das Projekt bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschef diskutiert werden, das vor dem Ende Juni geplanten Gipfel stattfinden soll.

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