Für die Fans der ARD-"Sportschau" und des "Aktuellen Sportstudios" des ZDF bleibt nach der Entscheidung des Ligaverbands künftig alles beim Alten, wie der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, sagte. Die öffentlich-rechtlichen Sender erwarben auch für die kommenden Spielzeiten das Recht, am Samstagabend Zusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen. Die ARD sendet gemäß des "klassischen Verwertungsmodells" weiterhin auch die Höhepunkte der Sonntagsspiele. Der Sender Sport 1 zeigt wie gewohnt live das Spitzenspiel der Zweiten Liga vom Montag.
Leer ging bei der Rechtevergabe dieses Mal die Deutsche Telekom aus. Der Bonner Konzern hatte sich ebenfalls um die teuren, aber lukrativen Rechte für die Live-Berichterstattung beworben und war dabei einziger Konkurrent von Sky. Künftig muss die Telekom sogar auf die derzeit von ihr gehaltenen Rechte für die Live-Übertragung via Internet-Fernsehen (IPTV) sowie via Webstream- und Mobil-TV über das UMTS-Mobilfunknetz auf mobile Endgeräte wie Smartphones verzichten. Auch diese Rechte gehen nach dem Willen der DFL künftig an Sky.
Der Verkauf der Übertragungsrechte beschert den in der DFL organisierten 36 Clubs und Kapitalgesellschaften der ersten und zweiten Bundesliga nach Angaben von Seifert rund 2,5 Milliarden Euro. Die durchschnittlichen Einnahmen steigen demnach deutlich von derzeit 412 Millionen Euro auf 628 Millionen Euro pro Jahr ab der Spielzeit 2013/14. Den Löwenanteil davon muss Sky bezahlen. Das Live-Berichterstattungspaket sei das mit Abstand "werthaltigste", sagte Seifert.
Sky zahlt nach eigenen Angaben durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison für seine Rechte. "Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für unsere Kunden", erklärte Vorstandschef Brian Sullivan in München.
Die an den Rechten interessierten Unternehmen hatten sich bei der DFL mit ihren Angeboten und Konzepten beworben. Am Dienstag entschied abschließend die DFL-Mitgliederversammlung, in der Vertreter sämtlicher Liga-Clubs sitzen. Der Beschluss sei einstimmig gefallen, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Für die Liga sei das Ergebnis ein "Quantensprung". Seifert betonte: "Die Clubs verfügen nun über mehr wirtschaftlichen Spielraum als je zuvor".
Neu im Bundesliga-Vermarktungsgeschäft ist der Axel Springer Verlag. Der Medienkonzern, der unter anderem die Zeitungen "Bild" und "Welt" herausgibt, erwarb das Recht für die Verwertung von Internet-Videoclip-Zusammenfassungen aller Spiele, die er ab der Saison 2013/14 via Web- oder Mobil-TV anbieten darf. Er kann sie laut DFL ab eine Stunde nach Abpfiff kostenpflichtig, später auch umsonst verbreiten. Der Verlag könnte die Berichte etwa in die digitalen Ausgaben seiner Zeitungen für iPads und andere mobile Endgeräte integrieren.
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