Übernahme soll Wegfall "tausender Jobs" verhindern

Chinesische Jingye-Gruppe schmiedet Rettungsplan für British Steel

London (AFP) - Die Jingye-Gruppe aus China übernimmt den insolventen Stahlhersteller British Steel. Wie die Insolvenzverwalter des britischen Unternehmens am Montag mitteilten, wurde ein entsprechender Kaufvertrag abgeschlossen, der aber noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht. Eine Kaufpreis wurde nicht genannt. Der britische Sender BBC hatte zuvor berichtet, die Summe liege bei rund 70 Millionen Pfund (81 Millionen Euro).
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Logo von British Steel © AFP

Jingye teilte mit, dass innerhalb des kommenden Jahrzehnts 1,2 Milliarden Pfund in die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Stahlherstellers investiert werden sollten. Der Kauf werde zudem "tausende Jobs" in Großbritannien retten.

British Steel beschäftigt in Großbritannien 4000 Menschen, vor allem im Stahlwerk Scunthorpe im Nordosten Englands. Rund 1000 weitere arbeiten in Werken in Frankreich und den Niederlanden. Hinzu kommen rund 20.000 Stellen, die durch Lieferketten mit dem Stahlhersteller verbunden sind.

British Steel, gegründet 2016 von der Investmentfirma Greybull Capital, war im Mai in die Insolvenz gerutscht, nachdem Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens gescheitert waren. Der Stahlhersteller machte für seine immensen finanziellen Schwierigkeiten vor allem das Brexit-Chaos verantwortlich.

Im September hatte zunächst der Pensionsfonds der türkischen Armee Oyak mitgeteilt, dass eine vorläufige Einigung über einen Kauf von British Steel erzielt worden sei. Letztlich kam aber keine Übernahme zustande.

Der Jingye-Konzern ist auf das Geschäft mit Eisen und Stahl spezialisiert. Zugleich investiert die in Shijiazhuang in der chinesischen Provinz Hebei ansässige Gruppe aber auch in die Bereiche Tourismus und Immobilien. Zuletzt beschäftigte sie nach eigenen Angaben 23.500 Mitarbeiter.

Der britischen Zeitung "Financial Times" zufolge will Jingye die Stahlproduktion von derzeit rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf mehr als drei Millionen Tonnen hochfahren. Für eine Rückkehr von British Steel in die Profitabilität sei dabei eine "Senkung der Kosten" nötig.

Europäische Stahlproduzenten hatten zuletzt indes auch billige Importe aus China für finanzielle Schwierigkeiten verantwortlich gemacht. Im Mai hatte der Stahlverband Eurofer an die EU-Kommission in Brüssel appelliert, der Branche angesichts zunehmender Billig-Importe aus Asien in die EU wegen der von der US-Regierung von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf Stahl stärker unter die Arme zu greifen.

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