Venedig (AFP) - Vier Monate nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist in Venedig ein neuer Ozeanriese der Betreiberfirma Costa Crociere eingeweiht worden. Ein Unglück wie im Fall der "Costa Concordia" hätte sich "niemals ereignen dürfen und wird sich niemals mehr ereignen", erklärte der Firmenchef Pier Luigi Foschi während der Zeremonie in Venedig. Italiens Tourismusminister Piero Gnudi lobte das Verhalten der Firma nach dem Unglück als "tadellos".
Mit einer Länge von 290 Metern, einer Breite von 35,5 Metern und 17 Decks kann die am Samstag eingeweihte "Costa Fascinosa" 3800 Passagiere und 1110 Besatzungsmitglieder aufnehmen. Nach eigenen Angaben verzeichnet die Betreiberfirma trotz des Unglücks der "Costa Concordia" ebenso viele Buchungen wie vergangenes Jahr um diese Zeit.
Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar vor der Insel Giglio im Westen Italiens auf Grund gelaufen, leck geschlagen und gekentert. 32 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Die Bergung des Wracks soll weitere neun bis zwölf Monate dauern. Grund für das Unglück war vermutlich ein Fehler des Kapitäns, der zu nah an die Insel herangefahren war.
Infolge des Unglücks verbot die italienische Regierung Kreuzfahrtschiffen derart nah an die Küste zu fahren. Langfristig soll ihnen auch verboten werden, in der Lagune von Venedig den Kanal von Giudecca und das Becken vor dem Markus-Platz zu passieren. Denkmalschützer beklagen seit langem, dass die Ozeanriesen die Architekturdenkmäler der Lagunenstadt beschädigen.