Konzernchef Källenius: Keine betriebsdedingten Kündigungen

Daimler will Jobs abbauen und bis Ende 2022 eine Milliarde Euro sparen

Stuttgart (AFP) - Der Autobauer Daimler will bis Ende 2022 mehr als eine Milliarde Euro an Personalkosten einsparen und dafür Stellen streichen - unter anderem im Management. Konzernchef Ola Källenius betonte am Donnerstag, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben solle. Genauere Angaben zum Ausmaß des Jobabbaus und der Zahl der betroffenen Stellen machte das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht.
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Mercedes-Stern © AFP

Arbeitsplätze abgebaut werden sollen nach Angaben von Daimler bei Mercedes-Benz Cars sowohl im Management als auch in den sogenannten indirekten Bereichen, zu denen beispielsweise die Verwaltung zählt.

Bereits am vergangenen Freitag hatte die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Rundmail des Gesamt-Betriebsrats berichtet, dass Daimler weltweit 1100 Stellen für Führungskräfte streichen wolle. Rund jeder zehnte leitende Mitarbeiter in Deutschland wäre demnach davon betroffen. Zudem fordere das Management von den Arbeitnehmern, im kommenden Jahr auf die Tariferhöhungen und individuellen Lohnsteigerungen zu verzichten, schrieb die Zeitung. Daimler wollte diese "Spekulationen" nicht kommentieren.

Am Donnerstag sagte Källenius zur Begründung für den nicht näher bezifferten Stellenabbau, die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erforderten "umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung" in allen Unternehmensbereichen. Das wachsende Angebot an reinen Elektrowagen und Hybridfahrzeugen führe zu "Kostensteigerungen, die die Umsatzrendite von Mercedes-Benz Cars belasten werden".

Nötig seien deshalb Materialkostensenkungen. Zu dem geplanten Stellenabbau hieß es, das Unternehmen sei "in engem Austausch" mit den Arbeitnehmervertretern, um die Maßnahmen "so verträglich wie möglich zu gestalten". Die Sparte Mercedes-Benz Cars und Vans beschäftigt weltweit rund 175.000 Menschen; Insgesamt arbeiten bei Daimler weltweit knapp 305.000 Mitarbeiter, gut 178.000 davon in Deutschland.

Daimler will außerdem die Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung auf dem Niveau von 2019 deckeln und "mittelfristig" reduzieren. Auch bei Mercedes-Benz Vans will Daimler die Materialkosten senken und die Personalkosten um 100 Millionen Euro verringern, wie es weiter hieß.

Von April bis Juni hatte Daimler mit einem Minus von 1,2 Milliarden Euro den ersten Quartalsverlust seit zehn Jahren eingefahren. Für das dritte Quartal vermeldete Daimler Ende Oktober wieder positive Zahlen und einen Gewinn von gut 1,8 Milliarden Euro. Zugleich erwartet Daimler für das Gesamtjahr ein operatives Ergebnis "deutlich unter dem Vorjahreswert" - unter anderem wegen rechtlicher Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Dieselaffäre.

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