EVG: Lasten der Corona-Krise nicht den Beschäftigten aufbürden

Deutsche Bahn und EVG starten am Montag Tarifgespräche

Berlin (AFP) - Vor dem Hintergrund der Corona-Krise beginnen am Montag vorgezogene Tarifverhandlungen zwischen der Eisenbahngewerkschaft EVG und der Deutschen Bahn. Die Gespräche in Frankfurt am Main seien zunächst für fünf Tage angesetzt, teilte die EVG am Freitag mit. Die Tarifverhandlungen waren im Mai im Rahmen eines Bündnisses für Beschäftigungssicherung zwischen dem Konzern, dem Eigentümer Bund und der EVG angesichts von Milliardeneinbußen der Bahn infolge der Corona-Pandemie vereinbart worden.

ICE bei der Einfahrt in den Berliner Hauptbahnhof Bild anzeigen ICE bei der Einfahrt in den Berliner Hauptbahnhof © AFP

Ursprünglich war die neue Tarifrunde erst für März kommenden Jahres geplant. Die Eisenbahngewerkschaft will nach den Worten ihres Verhandlungsführers Kristian Loroch nun dafür sorgen, dass nicht den Beschäftigten die "Lasten der Corona-Pandemie aufgebürdet werden". Trotz der Krise und der Vereinbarungen im Rahmen des "Bündnisses für unsere Bahn" werde die Gewerkschaft weder dem Bund noch der Bahn einen Blankoscheck ausstellen.

Die Bahn erklärte auf Anfrage, sie gehe "mit dem Ziel in die Verhandlungen, dass alle Beteiligten ihren zugesagten Beitrag leisten, um die Lasten der Corona-Krise gemeinsam zu bewältigen". Der Konzern sei "zuversichtlich, dass wir intelligente Lösungen finden können", erklärte ein Sprecher.

Bahn, Bund und Arbeitnehmervertreter hatten sich im Mai verständigt, trotz der Pandemie keine Stellen abzubauen und an den geplanten Neueinstellungen festzuhalten. Dennoch soll die Bahn Personalkosten einsparen; die Regierung sagte zu, sich für eine Erhöhung von Eigenkapital und Verschuldungsgrenze einzusetzen. Im Gegenzug wurde beschlossen, dass die Tarifverhandlungen vorgezogen werden.