Verbraucherpreise stiegen im April um 2,1 Prozent

Energiepreise halten Inflation über zwei Prozent

Wiesbaden (AFP) - Die Preise in Deutschland haben im April zum 15. Mal in Folge um mehr als zwei Prozent zugelegt. Die Inflationsrate erreichte im vergangenen Monat 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Bundesbank-Chef Jens Weidmann wies derweil Befürchtungen über eine Abkehr der Notenbank von ihrer Strategie für eine stabile Währung als "absurd" zurück.
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Energiepreise halten Inflation über zwei Prozent © AFP

Auf Jahressicht blieb der Preisanstieg im April auf dem Niveau vom März. Im Vergleich zum März erhöhten sich die Preise im April um 0,2 Prozent. Die Statistiker korrigierten damit ihre vorläufigen Berechnungen von Ende April: Damals waren sie noch von einer Inflationsrate von 2,0 Prozent ausgegangen, die Steigerung zum Vormonat hatten sie mit 0,1 Prozent angegeben.

Maßgeblich bestimmt wurde die Inflation laut Statistik wie schon seit Monaten von den steigenden Energiepreisen. Insgesamt verteuerte sich Energie den Angaben zufolge um 5,8 Prozent im Vergleich zum April 2011. Deutlich teurer wurden demnach vor allem Benzin (plus 7,0 Prozent) und Diesel (plus 4,5 Prozent). Auch die Preise für Haushaltsenergie stiegen deutlich um 5,5 Prozent. Ohne die Preissteigerungen bei der Energie hätte die Inflationsrate im April demnach bei 1,5 Prozent gelegen.

Auch beim Kauf von Lebensmittels mussten die Verbraucher im Schnitt merklich mehr zahlen als noch ein Jahr zuvor. Die Nahrungsmittel-Preise stiegen demnach im April insgesamt um 3,0 Prozent. Die Preisentwicklung einzelner Waren sei dabei sehr unterschiedlich ausgefallen: Die Preise für Lammfleisch beispielsweise hätten binnen Jahresfrist um 12,2 Prozent zugelegt, Fleischwurst sei um 8,8 Prozent teurer geworden und Zucker sogar um 22,0 Prozent. Merklich weniger als im April 2011 mussten Verbraucher laut Statistik hingegen für Kartoffeln (minus 20,1 Prozent) und Butter (minus 11,6 Prozent) zahlen.

Seit Februar 2011 liegt die Teuerungsrate für die Bundesrepublik stets über der Marke von zwei Prozent, wie das Bundesamt mitteilte. Eigentlich sind die Notenbanker im Euroraum stets darum bemüht, mit ihrer Geldpolitik die Inflation so zu steuern, dass diese knapp unter zwei Prozent liegt. Dieses Ziel gelte auch weiterhin, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". "Im Einzelfall" könne das aber bedeuten, dass die Inflation in Deutschland "zeitweise über dem Durschnitt und gleichzeitig in anderen Euro-Ländern unter dem Durchschnitt liegt".

Weidmann trat damit Befürchtungen entgegen, die Bundesbank werde künftig höhere Inflationsraten akzeptieren und rücke von ihrer Stabilitätsordnung ab. Das sei eine "absurde Diskussion", sagte Weidmann.

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