"Wir realisieren in Baden-Württemberg zwei Vorhaben von europäischer Bedeutung", teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit. Zum Spatenstich schickte er seinen Parlamentarischen Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU). Mit dem Umbau in Stuttgart und dem nun begonnen Streckenneubau über die Schwäbische Alb würden Engpässe auf einer "wichtigen europäischen Achse" beseitigt, die von Paris über Stuttgart, München und Bratislava bis Budapest verlaufen, erklärte Ramsauer.
Die Fahrzeit per Zug von Stuttgart nach Ulm werde dank der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse von derzeit 54 auf 28 Minuten sinken. Auf einer Strecke von 60 Kilometern sollen Züge ab 2020 bis zu 250 Stundenkilometer schnell fahren können. Der Ausbau kostet Bund und Land insgesamt 2,9 Milliarden Euro. Der Ausbau der A8, einer der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands, soll bis 2018 fertig sein. Dafür zahlt der Bund laut Verkehrsministerium rund 200 Millionen Euro.
Um die Eingriffe auf die Natur im Südwesten während der Bauphase so gering wie möglich zu halten, müssten die Arbeiten an Schnellbahntrasse und Autobahn zeitgleich vonstatten gehen, forderte Baden-Württembergs Verkehrsminister Herrmann. Auch solle es für die Arbeiten "genügend Ausgleichsmaßnahmen" in der Natur geben. "Der dringend notwendige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verbraucht auch einiges an Fläche. Das muss an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden."
Die Verbindung zwischen Wendlingen und Ulm ist Teil des Großprojekts mit dem offiziellen Namen "Stuttgart-Ulm" - wie auch das Projekt "Stuttgart 21", bei dem der Stuttgarter Bahnknoten neugeordnet und der Hauptbahnhof unter die Erde verlegt werden sollen. Dieses Vorhaben wird aktuellen Schätzungen zufolge rund 4,3 Milliarden Euro kosten. Seit mehreren Jahren gibt es in Stuttgart erheblichen Protest gegen die Bauarbeiten. Noch immer treffen sich in Stuttgart wöchentlich Projektgegner zu Demonstrationen.
Auch die Grünen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Verkehrsminister Herrmann hatten sich in der Vergangenheit gegen "Stuttgart 21" gestellt. Nach einem Volksentscheid im vergangenen November muss die grün-rote Landesregierung jedoch die finanzielle Beteiligung des Landes und damit auch das Vorankommen des Bauprojekts sicherstellen.
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