UFA-Chef: Bezahldienstleister war eine "große Theatershow"

Film über Wirecard-Skandal soll schon im ersten Quartal 2021 gezeigt werden

München (AFP) - Schon im ersten Quartal des kommenden Jahres soll ein Film über den Wirecard-Skandal gezeigt werden. Der Film solle dann im Streamingdienst TV Now angeboten und zeitgleich weltweit vertrieben werden, kündigte der Chef der Bertelsmann-Tochter UFA, Nico Hofmann, in der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag an. TV Now gehört zur Mediengruppe RTL, der von der UFA produzierte Film dürfte auch bei RTL laufen.
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Logo von Wirecard in Aschheim bei München © AFP

Hofmann sagte, Wirecard sei eine "große Theatershow" gewesen. Er erwähnte Medienberichte, wonach der Bezahldienstleister Wirtschaftsprüfer mit Schauspielern in nachgebauten Bankfilialen getäuscht haben soll. "Das hat fast etwas von Satire", konstatierte der UFA-Chef.

Hofmann sagte auch, vor allem die beiden früheren Wirecard-Spitzenmanager Markus Braun und Jan Marsalek hätten sein Interesse geweckt. Die beiden seien psychologisch sehr unterschiedlich: "Das ist eine Steilvorlage für eine spannende Dramaturgie". Laut Hofmann ist aber noch offen, wer die beiden früheren Wirecard-Manager spielen wird.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Braun ist in Haft, Ex-Finanzchef Marsalek befindet sich auf der Flucht. Wirecard soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Konten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet.

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