Baden-Württemberg plant Gesetzesänderung

Gewerkschaft für Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit

Frankfurt/Stuttgart (AFP) - Die Gewerkschaft IG Bau hat zum bundesweiten Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit aufgerufen. Kommunen könnten in ihrer Friedhofsordnung beispielsweise auf fair produzierte Steine bestehen, schlug die Gewerkschaft in Frankfurt am Main vor. Dazu aber bedürfe es zuerst entsprechenden Änderungen der jeweiligen Bestattungsgesetze der Bundesländer. Rund die Hälfte aller in Deutschland verkauften Grabsteine stammten Medienberichten zufolge aus Kinderhand - etwa aus Indien.
Kind in Indien fertigt Grabstein an Bild anzeigen Kind in Indien fertigt Grabstein an © AFP

Eine Gesetzesänderung hatten die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in den baden-württembergischen Landtag eingebracht, wie Vertreter beider Fraktionen bestätigten. "Wir wollen den Kommunen die Möglichkeit geben, dass sie in ihren Satzungen festlegen können, dass auf ihren Friedhöfen keine Steine verwendet werden dürfen, die aus Kinderarbeit stammen", sagte der SPD-Abgeordnete Roland Klos der Nachrichtenagentur AFP. Dazu könnten die Kommunen beispielsweise auf Steine mit bestimmten Siegeln oder Prüfzertifikaten bestehen. Am 24. Mai soll sich der Landtag in erster Lesung mit der Gesetzesänderung befassen.

"Das Beispiel aus Baden-Württemberg sollte auch in anderen Ländern Schule machen", erklärte der Vize-Vorsitzende der IG Bau, Dietmar Schäfers. Die Gewerkschaft selbst habe 2005 ein Gütesiegel namens "Xertifix" auf den Weg gebracht. Dieses gewähre, dass Steine ohne Kinderarbeit hergestellt worden seien. Beispielsweise in Indien sei es bis heute weit verbreitet, Kinder in Steinbrüchen arbeiten zu lassen.

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