Auch Kosten durch Abgastests belasten bayerischen Autobauer

Gewinn und Umsatz bei BMW im vergangenen Jahr eingebrochen

München (AFP) - Die anhaltenden globalen Handelskonflikte haben den Autobauer BMW im vergangenen Jahr hart getroffen. Der Nettogewinn des Herstellers stürzte 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16,9 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro ab, wie der Konzern am Freitag bekanntgab. "Die Herausforderungen für die gesamte Industrie nehmen in den nächsten Monaten nicht ab", sagte BMW-Vorstandschef Harald Krüger.
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BMW-Zentrale in München © AFP

Neben der politischen Unsicherheit und der abgekühlten Weltkonjunktur machte BMW besonders höhere regulatorische Anforderungen für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Diese hätten, vereint mit gestiegenen Rohmaterialpreisen, zu höheren Produktionskosten geführt.

So gilt der neue Teststandard WLTP seit September für alle Neuwagen in der EU, der Neuwagenmarkt brach im Herbst EU-weit ein. BMW litt nach eigenen Angaben 2018 besonders unter einem "unerwartet intensiven Wettbewerb", weil viele Autobauer ihre nicht zertifizierten Modelle noch vor der WLTP-Einführung hätten abstoßen wollen. Der Hersteller sei also dafür bestraft worden, dass er den Teststandard früher angewandt habe als die Konkurrenz.

Indes setzte auch der Dieselskandal BMW zu. Der Konzern hatte über eine Million Fahrzeuge zurückrufen müssen, um fehlerhafte Komponenten auszutauschen. Der operative Gewinn des bayerischen Herstellers fiel deutlich um 7,9 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Der Umsatz ging dagegen nur leicht um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden zurück.

BMW kündigte an, seinen Aktionären mit 3,50 Euro pro Anteil die zweithöchste Dividende der Unternehmensgeschichte auszuzahlen. Im Vorjahr hatte der Konzern allerdings noch vier Euro pro Aktie ausgeschüttet. Die Anleger an der Frankfurter Börse reagierten dennoch positiv auf die Ankündigung, im Handelsverlauf legte die Aktie um ein Prozent zu.

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