Nachfrage nach Edelmetall auch wegen Corona-Krise stark gewachsen

Goldpreis übersteigt erstmals Marke von 2000 Dollar pro Unze

New York (AFP) - Der Goldpreis hat erstmals in seiner Geschichte die symbolische Marke von 2000 Dollar überschritten. Der Preis für eine Unze des Edelmetalls stieg am Dienstag zwischenzeitlich auf mehr als 2008 Dollar (rund 1708 Euro) an. Gold gilt angesichts der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Ungewissheiten an den Märkten als sichere Wertanlage, was den Preis nach oben treibt.
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Goldbarren © AFP

Seit Jahresbeginn stieg der Goldpreis um fast 30 Prozent. Schon Ende Juli kratzte der Goldpreis an der 2000-Dollar-Marke. Der frühere Rekord lag jahrelang bei 1921,18 Dollar vom September 2011. Nun wurde erstmals die Schwelle von 2000 Dollar überschritten.

Grund sind auch Sorgen von Anlegern angesichts der Hängepartie im US-Kongress im Ringen um ein neues Corona-Hilfspaket. Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump und die oppositionellen Demokraten sind heillos zerstritten, was Umfang und Ausgestaltung des neuen Pakets angeht. Die Verhandlungen stecken seit Tagen fest.

Die Commerzbank erklärte am Dienstag in einer Analyse zum Goldpreis, neben den weiterhin hohen Zahlen neuer Coronavirus-Infektionen und dem Ringen um das US-Hilfspaket sorge auch die Zunahme von Negativzinsen zu einer steigenden Nachfrage nach dem Edelmetall. Ein weiterer Faktor ist der derzeit recht niedrige Dollarkurs. Weil der Goldpreis in Dollar bemessen wird, ist Gold derzeit für Besitzer anderer Devisen preiswerter zu kaufen.

Anleger rund um den Globus wollen sich zudem gegen Inflationsrisiken absichern. Durch die milliardenschweren Hilfsprogramme von Notenbanken wird massiv Liquidität in die Märkte gepumpt. Während sich gleichzeitig wegen weitreichender Produktionsausfälle das Angebot verknappt, steigt die Geldmenge - und damit wächst die Furcht vor einem Anstieg des Preisniveaus und einem Wertverfall des Geldes.

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