Die befragten 7000 Unternehmen bewerteten vor allem ihre aktuelle Lage erheblich schlechter, allerdings nahm auch der Pessimismus hinsichtlich der Geschäfte im kommenden Halbjahr spürbar zu. Der Teilindex für die aktuelle Lage fiel von 117,5 Punkten auf 113,3 Punkte. Der Teilindex zur Bewertung der Erwartungen in den kommenden sechs Monaten sank von 102,7 Punkten auf 100,9 Punkte. Das Ifo-Institut befragt jeden Monaten Unternehmen, wie sie ihre Lage und die Aussichten einschätzen.
Ifo-Experte Klaus Wohlrabe nannte einen so deutlichen Einbruch wie im Mai beim Geschäftsklima eine "starke Ausnahme". Der Rückgang sei "in dieser Deutlichkeit schon überraschend" gewesen, sagte Wohlrabe der Nachrichtenagentur AFP. Die Unsicherheit rund um den Euro scheine der tragende Faktor zu sein. Vor allem größere Firmen würden sich derzeit pessimistischer äußern. Die Exporterwartungen seien allerdings gestiegen. Dies werde von Exporten in Nicht-EU-Länder getragen und durch den schwächer gewordenen Euro begünstigt.
Wohlrabe verwies zugleich darauf, dass der Wert für das Geschäftsklima immer noch sehr hoch sei. "Der Rückgang heißt nicht, dass die deutsche Wirtschaft einbricht", sagte der Experte. Einen Unsicherheitsfaktor gebe es bei den Beschäftigtenzahlen. Aktuell gebe es keine Einstellungswellen, es drohten aber auch keine Entlassungswellen.
Laut dem Londoner Wirtschaftsinformationsdienst Markit zieht der "beschleunigte Abwärtstrend in den Peripherie-Ländern" der Euro-Zone allerdings "sowohl Frankreich als auch Deutschland immer stärker in Mitleidenschaft". Der Index von Markit spiegelt die Konjunktur in der Privatwirtschaft wieder.
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