3850 der Ende März 10.000 Entlassenen gehen demnach gerichtlich gegen ihre Kündigung vor. "Mit so vielen Klagen hatte ich nicht gerechnet", sagte Geiwitz der Zeitung. "Ich kann eine gewisse Ernüchterung nicht verbergen", fügte er hinzu.
Sollten einzelne Gerichte zu der Auffassung kommen, dass ein Betroffener zu Unrecht entlassen wurde, so hat dieser wieder Anspruch auf sein Gehalt. Solche Forderungen würden die Finanzlage bei Schlecker verschlimmern - und damit den Abschluss mit einem Investor zunehmend erschweren. Trotz der vielen Klagen liefen derzeit die Gespräche mit drei möglichen Investoren aber weiter, sie prüften unverändert die Zahlen des Unternehmens, sagte Geiwitz der Zeitung.
Die Unternehmenssanierung hänge derweil vor allem an der Beteiligung der verbliebenen Mitarbeiter. Nach dem Willen des Insolvenzverwalters sollen die Personalkosten über drei Jahre hinweg um 15 Prozent abgesenkt werden. Dagegen wehrt sich bisher die Gewerkschaft Verdi. Komme es nicht zu einer Einigung, werde Schlecker wohl auch weiterhin Verluste einfahren, warnte Geiwitz. "Es sind auch unter diesen ungünstigen Umständen schon Unternehmen verkauft worden. Aber leichter wird es damit nicht", sagte er dem Blatt.
Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet, nachdem das Unternehmen über Jahre hinweg Verluste angehäuft hatte. Allein im Jahr 2011 machte die Drogeriemarktkette mehr als 200 Millionen Euro Verlust. Im Kampf ums Überleben machte das Unternehmen im März mehr als 2000 Filialen in ganz Deutschland dicht.
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