US-Justiz wirft Großbank Marktmanipulation bei Termingeschäften vor

JPMorgan zahlt wegen Betrugsvorwürfen 920 Millionen Dollar Strafe

New York (AFP) - Die US-Großbank JPMorgan Chase muss wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation eine Rekordstrafe von 920 Millionen Dollar (790 Millionen Euro) zahlen. Das US-Justizministerium erklärte am Dienstag, die Bank habe über Jahre bei Finanztermingeschäften für Edelmetalle sowie bei Termingeschäften für US-Staatsanleihen betrogen.
Sitz von JPMorgan Chase in New York Bild anzeigen
Sitz von JPMorgan Chase in New York © AFP

So hätten Händler von JPMorgan zwischen 2008 und 2016 in "zehntausenden" Fällen Order zum Kauf und Verkauf von Termingeschäften für Gold, Silber, Platin und Palladium getätigt, um die Geschäfte dann vor der Ausführung wieder zu annullieren, erklärte das Ministerium. Dadurch hätten andere Marktteilnehmer über Angebot und Nachfrage nach solchen Finanzkontrakten getäuscht worden sollen.

Ebenfalls zwischen 2008 und 2016 soll JPMorgan zudem mit einem ähnlichen System bei Termingeschäften für Staatsanleihen betrogen haben. Hier seien in tausenden Fällen Order zum Kauf und Verkauf der Papiere getätigt worden, nur um diese dann wieder zu streichen, erklärte das Justizministerium.

In den USA wird diese Methode als "Spoofing" bezeichnet. In der Vergangenheit mussten mehrere Banken in den USA hohe Geldstrafen zahlen, weil sie die Märkte so manipuliert hatten, unter anderem die Deutsche Bank.

Die nun verhängte Strafe von 920 Millionen Dollar gegen JPMorgan Chase ist die höchste in einem solchen Fall in der US-Geschichte. Im Gegenzug für die Zahlung stellen das Justizministerium und die Börsenaufsichtsbehörden SEC und CFTC ihre straf- und zivilrechtlichen Ermittlungen gegen die Bank ein.

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