Analyse: Gehalt steigt in 20 Jahren durchschnittlich um 34 Prozent

Junge und Qualifizierte können auf größte Gehaltserhöhung hoffen

Düsseldorf (AFP) - Mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung zu sprechen, kann sich besonders für junge und hochqualifizierte Beschäftigte lohnen. Für sie sind "unter Verweis auf die gestiegene Berufserfahrung durchaus beachtliche Steigerungen möglich", wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mitteilte. Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut wertete 195.000 Datensätze seines Portals Lohnspiegel.de über seit 2017 gezahlte Bruttolöhne aus.

Geldscheine in einem Portemonnaie Bild anzeigen Geldscheine in einem Portemonnaie © AFP

Laut dieser Analyse verdienen Beschäftigte mit fünf Jahren Berufserfahrung durchschnittlich 13 Prozent mehr als Einsteiger. Nach zehn Jahren beträgt der Zuwachs 22 Prozent und nach 20 Jahren 34 Prozent. "Am Anfang des Berufslebens wächst der eigene Erfahrungsschatz besonders schnell und viele übernehmen im Betrieb neue Verantwortlichkeiten", erklärte das WSI. "Das macht einen für den Arbeitgeber wertvoller."

Bei Hochqualifizierten fallen die Gehaltszuwächse demnach besonders hoch aus: Sie verdienen nach 20 Jahren durchschnittlich sogar 46 Prozent mehr als Anfänger im gleichen Beruf. Bei Helfer- und Anlerntätigkeiten beträgt das Plus nur 19 Prozent.

"Gerade für Beschäftigte in einfacheren Tätigkeiten und mit höherem Alter ist deshalb der Verweis auf die Gehälter bei anderen Arbeitgebern häufig das beste Argument", rieten die Wirtschaftsforscher weiter. Ein Vergleich sei besonders wichtig, wenn der eigene Arbeitgeber keinen Tarifvertrag anwende. Nach Angaben des WSI verdienen Arbeitnehmer in Firmen ohne Tarifvertrag im Schnitt gut zehn Prozent weniger als vergleichbare Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben der gleichen Branche und ähnlicher Größe.