Kauder griff erneut die Piratenpartei wegen ihrer Forderung nach einer Lockerung des Urheberrechts an. "Wenn von den Piraten etwa gefordert wird, jede Form von Musiktauschbörsen zu legalisieren, muss dem widersprochen werden", schrieb der CDU-Politiker. Nicht alles technisch Mögliche müsse automatisch erlaubt sein. Bei Tauschbörsen mit kommerziellem Charakter müsse auch derjenige, der diese nutzt, "das Urheberrecht ohne Wenn und Aber beachten". Wichtig sei aber auch ein Interessenausgleich zwischen der Wahrung des geistigen Eigentums und der Kommunikationsfreiheit im Netz, schrieb Kauder.
Kauder kritisierte in dem Text auch die "Schockstarre", welche die anderen Parteien durch das Emporkommen der Piraten befallen habe, deren Markenzeichen die "angeblich so schöne grenzenlose Freiheit des Internets" sei. "Couragierte Politik" müsse sich aber für einen Ausgleich der Interessen von Nutzern und Urheberrechtsinhabern einsetzen.
Etwa 1500 Künstler, darunter der Schauspieler Mario Adorf und die Schriftstellerin Charlotte Roche, hatten in einem am Donnerstag unter der Adresse www.wir-sind-die-urheber.de veröffentlichten Aufruf das Umgehen des Urheberrechts durch Internetnutzer als "Diebstahl" angegriffen. Sie wandten sich gegen das von den Piraten vorgebrachte Argument, Künstler seien als Urheber durch das Internet nicht mehr auf Verwerter wie etwa Plattenlabels oder Verlage angewiesen.
Die Piratenpartei will das geltende Urheberrecht grundlegend reformieren und zum Beispiel dessen Geltungsdauer - 75 Jahre nach dem Tod des Urhebers - drastisch verkürzen. Privatleute ohne kommerzielle Interessen sollen Musikstücke, Filme und Bücher aus dem Netz verwenden und kopieren dürfen. Eine angemessene Bezahlung der Künstler fordern aber auch die Piraten, etwa über neue Bezahlmodelle wie eine Kulturflatrate.
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