"Bei den IGeL-Leistungen geht es vorrangig um wirtschaftliche Interessen von Ärzten und nicht um notwendige medizinische Leistungen für Kranke", erklärte dazu die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. "IGeL"-Angebote sind ärztliche Leistungen, die gesetzlich Versicherten auf deren eigene Kosten angeboten werden. Nach Angaben der Krankenkassen geben die Patienten dafür jährlich rund 1,5 Milliarden Euro aus. Pfeiffer kritisierte, dass Patienten bislang kaum die Möglichkeit hätten, selbst Sinn oder Unsinn solcher Maßnahmen einzuschätzen. Dafür solle der "IGeL-Monitor" eine Orientierungshilfe bieten.
Pfeiffer forderte auch eine 24-stündige Einwilligungssperrfrist, bevor solche kostenpflichtigen Angebote in Anspruch genommen würden. Nur dann könnten Patienten sich zunächst kundig machen. Die Bewertungen des "IGeL-Monitors" beruhen laut GKV-Spitzenverband unter anderem auf einer wissenschaftlichen Auswertung medizinischer Datenbanken. Die Internet-Seite igel-monitor.de informiert auch über weitere Aspekte wie zum Beispiel die Preisspanne bei "IGeL"-Angeboten.
Insgesamt seien von 24 Angeboten vier als "negativ" bewertet worden, sieben als "tendenziell negativ", hieß es. Der Nutzen von weiteren sieben Angeboten sei "unklar". Lediglich zwei IGeL-Leistungen erhielten die Bewertung "tendenziell positiv". Das sind die Akupunktur zur Migräneprophylaxe und die Lichttherapie bei sogenannter Winterdepression. Informiert wird auch über die Bedeutung ebenfalls kostenpflichtiger Leistungen wie reisemedizinischer Vorsorge sowie von Gesundheits-Checks für sportlich Aktive, die aber keine "IGeL"-Angebote sind.
Bewertung von "IGeL"-Angeboten - Info-Website der Krankenkassen
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