Neue Marke soll innerhalb Europas Flüge anbieten

Lufthansa prüft Aufbau einer neuen Billig-Airline

Frankfurt/Main (AFP) - Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten prüft die Lufthansa die Einführung einer neuen Billig-Airline: In einer "Projektstudie" namens Direct4U untersuche die Fluggesellschaft derzeit die Zusammenlegung ihrer Töchter Germanwings und Eurowings, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Frankfurt am Main. Die Zusammenlegung verlaufe im Zuge einer ganzen Reihe von Umbauvorhaben.
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Lufthansa-Maschine © AFP

Ziel des Projekts sei es, im Wettbewerb mit Billig-Fliegern Marktanteile im Direktverkehr in Europa zu sichern, sagte der Sprecher. Die neue Airline könnte zu diesem Zweck vor allem Flüge außerhalb der großen Drehkreuze Frankfurt und München anbieten. In diesem Bereich sei der Konkurrenzkampf mit den Billig-Airlines sehr hoch.

Einen Vorstandsbeschluss über einen eigenen neuen Billig-Anbieter gebe es allerdings noch nicht, sagte der Sprecher. Auch sei unklar, wie die mögliche neue Airline heißen könnte. "Sie würde nicht Direct4U heißen", stellte der Sprecher klar. Das sei lediglich der aktuelle Projektname. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über die Pläne berichtet. Ab 1. Januar 2015 sollen laut der Zeitung 80 bis 90 Airbus-Maschinen unter neuem Namen fliegen. Die Lufthansa bestätigte Zahlen und Daten nicht.

Der Aufbau des neuen Billig-Anbieters verlaufe im Einklang mit einem seit Jahresbeginn laufenden Umbau- und Sparpaket namens "Score", mit dem die Lufthansa in den kommenden drei Jahren ihr Ergebnis bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro verbessern will, sagte der Sprecher. Der Konzern hatte 2011 einen Verlust von rund 13 Millionen Euro gemacht.

Die Lufthansa steht gleich von mehreren Seiten massiv unter Druck: Im innereuropäischen Verkehr muss sie sich gegen die billige Konkurrenz wie Ryanair oder Easyjet behaupten, auf den Langstrecken etablieren sich mit Etihad und Emirates ernstzunehmende Wettbewerber aus den Golfstaaten. Hinzu kommen hohe Treibstoffkosten aufgrund eines anhaltend hohen Rohölpreises.

"Ich glaube schon, dass die Lufthansa unter immensem Kostendruck steht", sagte Commerzbank-Analyst Frank Skodzic und verwies auf die genannten Knackpunkte. "Eine Restrukturierung ist die richtige Antwort, um dem Druck entgegenzutreten." Aus Kapitalmarktsicht sei dies notwendig. Auch an der Börse hat die Lufthansa in den vergangenen zwölf Monaten merklich eingebüßt: Binnen eines Jahres verlor der Kurs der Kranich-Airline um mehr als ein Drittel.

Aus Sicht der Beschäftigten sind die Sparpläne dagegen alarmierend. Am Wochenende war ein Brief von Passagier-Vorstand Carsten Spohr bekannt geworden, in dem das Management der Belegschaft einen drastischen Sparkurs ankündigte. Demnach will die Lufthansa unter anderem auf vielen Langstreckenflügen die Erste Klasse abschaffen. Zudem soll in den kommenden drei Jahren die Flugzeugflotte nicht vergrößert werden. Spohr schrieb auch von einer fünfprozentigen Reduzierung der Personalkosten pro Flugstunde.

Am Donnerstag dann gab es Berichte, wonach die größte deutsche Fluggesellschaft rund 3000 Stellen in der Verwaltung streichen will. Ein Lufthansa-Sprecher wollte dies nicht bestätigen, verwies jedoch darauf, dass die Lufthansa sparen müsse und ein Stellenabbau unvermeidbar sei. In welchem Umfang dies vonstatten gehe, sei aber noch nicht bekannt.

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