Erste Klasse soll offenbar zum Teil abgeschafft werden

Lufthansa schlägt drastischen Sparkurs ein

München (AFP) - Die Lufthansa will einen drastischen Sparkurs einschlagen und dabei unter anderem auf vielen Langstreckenflügen die Erste Klasse abschaffen. Außerdem soll die Flotte in den nächsten drei Jahren nicht mehr wachsen, heißt es in einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter. Mit den Sparmaßnahmen solle das Ergebnis im Passagiergeschäft um fast eine Milliarde Euro jährlich verbessert werden.
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Lufthansa schlägt Sparkurs ein © AFP

Unter den Mitarbeitern herrsche weitgehend Einigkeit darüber, "dass ein simples 'weiter so' für eine stabile und sichere Zukunft unseres Unternehmens nicht reichen wird", heißt es in dem AFP vorliegenden Brief von Passagier-Vorstand Carsten Spohr, der nach Angaben eines Konzernsprechers am Freitag an die Mitarbeiter der Lufthansa verschickt wurde.

Die Airline arbeite unter "erschwerten Rahmenbedingungen", erklärte Spohr und verwies auf die Luftverkehrsteuer, den Emissionshandel und die Nachtflugverbote sowie die immer stärker werdende Konkurrenz durch Billigflieger und die zunehmend auf den Markt drängenden Fluggesellschaften aus den Golf-Staaten. Der Lufthansa-Konzern hatte im vergangenen Jahr insgesamt einen Verlust von rund 13 Millionen Euro gemacht.

"Unsere Rendite ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken", schreibt Spohr. "Im Jahr 2011 haben wir gerade noch ein Prozent unseres Umsatzes (...) als Gewinn erwirtschaften können. Dass diese Marge in einer so investitionsintensiven Branche wie dem Luftverkehr nicht ausreicht, bedarf keiner weiteren Erläuterung."

Der Vorstand habe sich deshalb drei Ziele gesetzt, erklärte Spohr: Zum einen wolle die Lufthansa in den Märkten in, von und nach Europa ihre Marktanteile sichern. Zudem sollten über 25 Jahre alte Flugzeuge nicht mehr eingesetzt werden, unter anderem, um den Treibstoffverbrauch zu senken. Drittens wolle das Unternehmen trotz der erforderlichen Milliarden-Investitionen in neue Flugzeuge nicht zu hohe Schulden machen.

Der Brief führt zehn Maßnahmen auf, mit denen die Kranich-Linie den Gewinn ab 2014 deutlich steigern will. "Das wird jetzt nach und nach alles beschlossen und umgesetzt", sagte der Lufthansa-Sprecher AFP.

Vorgesehen ist demnach unter anderem die Streichung verlustbringender Strecken. Die Anzahl der Flugzeuge soll entgegen bisheriger Planungen bis 2014 nicht steigen. An den Flughäfen Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Straßburg und Köln werden die Geschäfte mit der hauseigenen Billigtochter Germanwings zusammengelegt. Die Boeing-737-Flotte soll voraussichtlich 2016 ausgemustert werden.

Auf Interkontinental-Flügen will Lufthansa in vielen Fällen nur noch zwei Klassen - Business Class und Economy Class - anbieten und keine First Class mehr. Gleichzeitig will die Lufthansa laut Spohr die Einführung einer Premium-Economy-Class prüfen.

Zwei Drittel der geplanten Ergebnissteigerung, rund 600 Millionen Euro, will die Lufthansa dem Brief zufolge durch nachhaltige Kostensenkungen erreichen, unter anderem durch beschleunigtes Ausmustern älterer Flugzeuge, die mehr Treibstoff verbrauchen. Auch die Personalkosten sollen um fünf Prozent pro Flugstunde gesenkt werden, und zwar für alle Berufs- und Mitarbeitergruppen an Bord und am Boden, wie es in dem Brief heißt.

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