Absolventen überschätzen sich dabei im Gegensatz zu Kommilitoninnen aber

Männer erwarten nach der Hochschule deutlich mehr Einstiegsgehalt als Frauen

Düsseldorf (AFP) - Männer rechnen einer Untersuchung des Stellenportals Stepstone zufolge nach einem Hochschulabschluss mit deutlich höheren Jahresgehältern zum Berufseinstieg als Frauen - und überschätzen dabei die Löhne, die tatsächlich gezahlt werden. Wie Stepstone am Donnerstag erklärte, steigen Männer ohnehin mit rund 5600 Euro mehr pro Jahr als Frauen in den ersten Job ein. Ihre Gehaltserwartungen liegen aber jedoch noch rund 5000 Euro über der tatsächlichen Vergütung.

Männer rechnen häufig mit mehr Gehalt als Frauen Bild anzeigen Männer rechnen häufig mit mehr Gehalt als Frauen © AFP

Frauen hingegen haben demnach deutlich geringere Gehaltsvorstellungen. "Studentinnen erwarten rund 9200 Euro weniger als ihre männlichen Kommilitonen", erklärte Stepstone. Insgesamt verdienten Absolventen beider Geschlechter in Deutschland bei ihrem ersten Job durchschnittlich 42.500 Euro.

Wie realistisch Absolventinnen und Absolventen ihr Gehalt einschätzen, hängt dabei auch vom Studienfach ab. Studierende der Psychologie könnten laut Stepstone mit größeren Gehaltsvorstellungen ins Berufsleben starten: Sie verdienen zum Einstieg demnach mit fast 41.000 Euro rund 3300 Euro mehr als gedacht. Auch Studierende der Naturwissenschaften können sich bei einem Einstiegsgehalt von 46.600 Euro über etwa 2700 Euro mehr freuen als erwartet.

Die Erwartung dämpfen müssen dem Portal zufolge hingegen Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften. Sie können mit rund 40.700 Euro zum Karrierestart rechnen, erhoffen sich aber etwa elf Prozent mehr. Dasselbe gilt für diejenigen, die Wirtschaftsingenieurwesen studiert haben. Sie gehören mit rund 46.800 Euro zu den Top-Verdienern, spekulieren aber auf ein noch höheres Gehalt von 52.000 Euro.

Zu den Unterschieden zwischen Männern und Frauen erklärte die Deutschlandchefin der Stepstone-Beratungsfirma Universum, Tina Smetana, die reale Lohnlücke zwischen den Geschlechtern entstehe "bei vielen schon mit den Gehaltsvorstellungen bei der Bewerbung für den ersten Job - und diese bleibt häufig dauerhaft bestehen".

Die teilweise deutlichen Unterschiede bei den Gehaltsvorstellungen führte Stepstone auch darauf zurück, "dass Berufseinsteiger häufig einfach nicht wissen, welche Gehälter in den unterschiedlichen Branchen und Berufsgruppen üblich sind". Arbeitgeber könnten hier mit mehr Transparenz helfen.

Die Personalplattform befragte nach eigenen Angaben 47.000 Absolventinnen und Absolventen in Deutschland zu ihren Lohnvorstellungen und verglich die Angaben mit den aktuellen Einstiegsgehältern der jeweiligen Fachrichtung.