Ratingagentur kritisiert Umgang mit Protestbewegung

Moody's stuft Kreditwürdigkeit von Hongkong herab

Hongkong (AFP) - Die Ratingagentur Moody's hat am Montag die Kreditwürdigkeit der Finanzmetropole Hongkong herabgestuft und Kritik am Umgang der Regierung mit den seit Monaten andauernden Protesten geübt. "Das Fehlen konkreter Pläne, um auf die politischen oder wirtschaftlichen und sozialen Bedenken der Bevölkerung Hongkongs einzugehen, könnten eine schwächere institutionelle Kapazität widerspiegeln", erklärte die Ratingagentur.
Tränengaseinsatz der Polizei bei Demonstration in Hongkong Bild anzeigen
Tränengaseinsatz der Polizei bei Demonstration in Hongkong © AFP

Moody's beschrieb die Reaktion der Hongkonger Regierung auf die Proteste der Demokratiebewegung als "besonders langsam, zögerlich und ergebnislos". Die Agentur senkte die Bonität der langfristigen Emittenten und der unbesicherten Wertpapiere um eine Stufe auf Aa3.

Die Herabstufung ist ein Schlag für die pekingtreue Führung in Hongkong, die seit Juni 2019 in einem Machtkampf mit der Demokratiebewegung steckt. Zu deren zentralen Forderungen zählen die Freilassung der inzwischen rund 6500 festgenommenen Demonstranten, eine unabhängige Aufarbeitung der Polizeigewalt und das Recht zur freien Wahl des Regierungschefs.

Die monatelangen Unruhen und Massenproteste haben Hongkongs stabilen Ruf beschädigt und stellen die größte Herausforderung für Pekings Autorität seit der Rückgabe der ehemaligen britischen Kolonie an China im Jahr 1997 dar.

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