Der Netzausbau gilt als eine der großen Herausforderungen bei der Energiewende nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie. Dabei geht es unter anderem darum, Strom von den entstehenden großen Windparks vor Deutschlands Küsten im Norden in die Industriezentren im Westen und Süden zu leiten.
Homann erklärte, die gesetzlich für vordringlich erklärten Leitungen seien "vielfach Teil von längeren Vorhaben, die über Grenzen zwischen Bundesländern hinweg gehen und erst dann Strom transportieren können, wenn auch die davor oder dahinter liegenden Abschnitte errichtet sind". Bei den restlichen Vorhaben hätten die Fahrpläne "teilweise erneut um ein oder gar zwei Jahre nach hinten korrigiert" werden müssen. Für die Energiewende sei dies eine besorgniserregende Nachricht. Netzbetreiber und Planungsbehörden sollten "die Anstrengungen erhöhen und weitere Verzögerungen vermeiden".
Die Grünen-Energieexpertin Ingrid Nestle forderte die Bundesregierung auf, die seit Jahren benötigten Projekte endlich voranbringen. "Die Lethargie der Bundesregierung ist dramatisch", erklärte Nestle in Berlin. Es reiche nicht, "in Sonntagsreden die Bedeutung des Netzausbaus zu beschwören". Auch die energiepolitische Sprecherin der Linken, Dorothée Menzner, nannte die Probleme beim Netzausbau "hausgemacht". Sie seien "Ausdruck der energiepolitischen Konzeptlosigkeit der Bundesregierung, der es nicht gelingt, die notwendigen Rahmenbedingungen für das Gelingen der Energiewende zu schaffen".
Verbraucher können sich ab sofort auf der Internetseite der Bundesnetzagentur über den aktuellen Stand beim Ausbau der Stromnetze informieren. Die entsprechenden Karten und Tabellen werden regelmäßig aktualisiert, wie die Behörde mitteilte. Aufgeführt sind demnach alle Leitungsprojekte, die der Gesetzgeber im sogenannten Energieleitungsausbaugesetz für vordringlich erklärt hat.
Infos zum Netzausbau - Website der Bundesnetzagentur
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