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P2P-Kredite: Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für Existenzgründer

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Seit dem Aufkommen von Online-Plattformen, die P2P-Kredite vermitteln, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren.

© Foto: pixabay

Lange Zeit lag das seriöse Kreditgeschäft fast ausschließlich in den Händen von Banken und Bausparkassen. Wer als Existenzgründer ein Darlehen benötigte, musste sein Vorhaben einem Kreditsachbearbeiter darlegen. Damit hing der Erfolg der Unternehmensgründung hauptsächlich von der Einschätzung eines Bankangestellten ab. Seit dem Aufkommen von Online-Plattformen, die P2P-Kredite vermitteln, gibt es noch andere Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren.

Von privat für privat
P2P oder Peer-to-Peer bedeutet in diesem Zusammenhang in etwa: "von privat zu privat". Bei P2P-Krediten sind die Kreditgeber also keine Geldinstitute, sondern Privatleute. Online-Plattformen, die P2P-Kredite vermitteln, gibt es seit Mitte der 2000er-Jahre. Der Ursprung liegt in Großbritannien. Im Lauf der Zeit etablierten sich mit smava , Lendico und auxmoney auch Anbieter in Deutschland. Nach den ersten Erfolgen auf dem Kreditmarkt gegenüber herkömmlichen Finanzinstituten mit verhältnismäßig günstigen Krediten, sind Plattformen wie smava dazu übergegangen, neben P2P-Krediten auch Bankdarlehen zu vermitteln.

Kreditvergabe ist kein Selbstläufer
Kreditsuchende stellen ihr Projekt vor, für das sie Kapital benötigen. In diesem Zusammenhang erläutern sie ihren Finanzierungsbedarf so detailliert wie möglich. P2P-Kredite sind keine Selbstläufer, die jedem, der eine Anfrage stellt, zuteilwerden. Schließlich tragen die Kreditgeber ein Ausfallrisiko, das sie so gering wie möglich halten möchten. Daher werden auch bei der Vergabe von P2P-Krediten Fragen hinsichtlich der Bonität des Kreditnehmers gestellt. Häufig fallen Gebühren erst in Zusammenhang mit der Kreditbewilligung an, allerdings handhabt das jeder Anbieter individuell.

Die Vorgaben für ein Kreditgesuch sind auch bei P2P-Anbietern recht streng gehalten. Das ist nur verständlich, da die Kriterien dazu dienen, Missbrauch vorzubeugen. Andererseits können sich die Hürden auch für seriöse Kreditsuchende als zu hoch erweisen. Ein weiterer Nachteil liegt in der befristeten Einstellung des Gesuchs. Wenn eine Kreditanfrage nicht innerhalb einer gewissen Frist auf relevantes Interesse stößt, wird sie gelöscht. Ein weiterer Kritikpunkt sind die relativ hohen Gebühren, die manche P2P-Plattformen für vergleichsweise alltägliche Leistungen, etwa die Zustellung eines Kontoauszugs, verlangen. Ein rechtzeitiger Blick in die AGB bewahrt vor Überraschungen.

Kein Bittsteller, sondern Partner
P2P-Kredite sind für Privatleute und Existenzgründer ein gangbarer Weg, sich Kapital zu beschaffen. Wo herkömmliche Geldinstitute die Darlehenszusage verweigern, bieten P2P-Plattformen mehr Aussicht auf die Bewilligung eines Kreditantrags. Insofern ist diese Form der Kapitalbeschaffung besonders für weniger solvente Kreditnehmer interessant. Sie müssen nicht als Bittsteller auftreten, sondern können auf Augenhöhe verhandeln. Die Höhe der Zinsen kann in vielen Fällen individuell verhandelt werden. Dennoch findet das Kreditgeschäft innerhalb eines geregelten Rahmens statt, da die Transaktion unter treuhänderischer Aufsicht steht. Die bietet auch dem Kreditgeber eine gewisse Sicherheit. Für Investoren stellen P2P-Kredite eine attraktive Möglichkeit dar, in unterschiedliche Start-Ups zu investieren. Die Aussicht auf häufig über dem marktüblichen Satz liegende Zinserträge, stellt in diesem Zusammenhang einen zusätzlichen Anreiz dar. Existenzgründer treffen über P2P-Plattformen voraussichtlich eher auf Gleichgesinnte, die ihre unternehmerische Vision teilen, als auf dem konventionellen Weg der Kapitalbeschaffung.