Aufenthaltsort des Österreichers Marsalek weiter unklar

Philippinische Beamte fälschten Daten zu Einreise von Ex-Wirecard-Vorstand

Manila (AFP) - Philippinische Einwanderungsbeamte haben Daten gefälscht, um die Einreise des ehemaligen Wirecard-Vorstands Jan Marsalek vorzutäuschen. Gegen die Beamten werde nun ermittelt, erklärte der philippinische Justizminister Menardo Guevarra am Samstag. Die deutschen und die philippinischen Behörden wollen den Österreicher Marsalek in dem Bilanzskandal rund um den Finanzdienstleister Wirecard befragen, sein Aufenthaltsort ist jedoch unbekannt.
Ansicht des Wirecard-Unternehmens Bild anzeigen
Ansicht des Wirecard-Unternehmens © AFP

Laut der Datenbank der philippinischen Einwanderungsbehörde reiste Marsalek einen Tag nach seiner Entlassung am 23. Juni auf die Philippinen ein und verließ das Land am 24. Juni Richtung China. Aus Aufnahmen von Überwachungskameras, Verzeichnissen von Fluggesellschaften und anderen Unterlagen gehe jedoch hervor, dass Marsalek an diesen Tagen gar nicht im Land war, erklärte Guevarra.

Marsalek war bei Wirecard für das operative Tagesgeschäft zuständig. Das Unternehmen hatte eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld bei zwei philippinischen Banken vermutlich gar nicht existiert. Der Börsenkurs des Dax-Konzerns stürzte ab, das Unternehmen meldete Insolvenz an. Ex-Wirecard-Chef Markus Braun hat sich inzwischen der Justiz gestellt.

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