Ein vergleichbarer Wert wie im vergangenen Jahr war demnach das letzte Mal 1995 erreicht worden (13,9 Prozent des damaligen BIP). Das BIP war damals aber geringer, so dass sich die schwarz oder illegal verdiente Summe vor 15 Jahren nach Erkenntnissen der Forscher nur auf 241,1 Milliarden Euro belief. Den bisherigen Höchststand im Verhältnis zum BIP erreichte die Schattenwirtschaft den Angaben zufolge 2003 mit 17,1 Prozent und einem Volumen von schätzungsweise 370 Milliarden Euro.
Mit den aktuellen Werten liegt Deutschland der Tübinger Studie zufolge in etwa im Durchschnitt der westlichen Industriestaaten. Für 2011 prognostizierten die Forscher für 21 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ein durchschnittliches Verhältnis der Schattenwirtschaft zum BIP von 13,4 Prozent. Der niedrigste Wert wurde demnach in den USA mit sieben Prozent erwartet, der höchste für Griechenland mit einem Anteil von 25,8 Prozent.
Ausschlaggebend für das Schrumpfen der Schattenwirtschaft 2010 und das erwartete weitere Absinken im laufenden Jahr sei die anhaltend gute Konjunktur, erklärten die Autoren der Studie. Für 2011 legten sie eine Arbeitslosenzahl von 2,95 Millionen und ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zugrunde. Dies würde die schwarz oder illegal verdienten Einkünfte während der laufenden zwölf Monate um fast drei Milliarden Euro vermindern.
Weil gleichzeitig allerdings gegenläufige Effekte aufträten, die zu einer Ausweitung der Schattenwirtschaft führten, werde sich das Volumen am Ende nur um 1,8 Milliarden Euro reduzieren. Es läge dann demnach bei 345,8 Milliarden Euro und dürfte 13,73 Prozent des für 2011 zu erwartenden BIP entsprechen.
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