München (AFP) - Der Optimismus in der deutschen Wirtschaft bleibt trotz der anhaltenden Euro-Schuldenkrise stark ausgeprägt. Anders als von Experten erwartet stieg der ifo-Geschäftsklimaindex auch im April und verzeichnete damit den sechsten Anstieg in Folge, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Das Geschäftsklima erreichte nun einen Stand von 109,9 Punkten. Dies ist nur minimal besser als der März-Wert von 109,8 Punkten, Experten hatten allerdings einen Rückgang vorausgesagt. Der leichte Anstieg geht auf die Bewertung der aktuellen Lage zurück. Der entsprechende Teilindex legte von 117,4 auf 117,5 Punkte zu und verbesserte sich damit auf hohem Niveau weiter.
Auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr werden weiter positiv eingeschätzt, hier blieb der entsprechende Teilindex mit 102,7 Punkten unverändert.
Motor für die gute Stimmung ist vor allem das verarbeitende Gewerbe, zu dem auch die exportierenden Unternehmen gehören. Die Industriefirmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Aussichten deutlich positiver. Die Kapazitäten in der Fertigung werden stärker ausgelastet als zuletzt und es wird auch weiter Personal eingestellt. Allerdings planen die Firmen, die Zahl der Beschäftigten etwas behutsamer zu erhöhen als noch im März.
Im Handel fiel die Entwicklung dagegen uneinheitlich aus. Der Einzelhandel bewertet seine aktuelle Lage schlechter, seine Aussichten aber besser. Der Großhandel ist dagegen mit der aktuellen Lage vermehrt zufrieden, während er geringere Erwartungen an das kommende Halbjahr hat.
Am Bau verschlechterte sich die Stimmung insgesamt. Die Unternehmen berichten von einer leicht verschlechterten Geschäftslage und sind auch für das kommende Halbjahr nicht mehr optimistisch. Das ifo-Institut bekam für seinen Geschäftsklimaindex wie üblich rund 7000 Meldungen aus den Unternehmen.