Abbau von 700 Arbeitsplätzen befürchtet

TUIfly will seine Flotte halbieren

Hannover (AFP) - Der Ferienflieger TUIfly des Reisekonzerns TUI will wegen der Corona-Pandemie seine Flugzeugflotte um die Hälfte verkleinern. "In Deutschland haben wir 39 Maschinen, und wir gehen davon aus, dass wir eigentlich nur die Hälfte benötigen", sagte ein Sprecher von TUIfly am Freitag in Hannover. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, betonte er. Die Pilotengewerkschaft Cockpit fürchtet den Abbau von rund 700 Arbeitsplätzen.
TUI-Flugzeuge auf dem Flughafen in Manchester Bild anzeigen
TUI-Flugzeuge auf dem Flughafen in Manchester © AFP

"Wir werden jetzt mit den Sozialpartnern ins Gespräch gehen, um dieses Thema zu diskutieren, und dann nach einer Lösung gemeinsam mit den Partnern suchen", sagte der Unternehmenssprecher. TUI hatte Mitte Mai den Abbau von weltweit 8000 Stellen angekündigt - die bei TUIfly wegfallenden Jobs würden darunterfallen, sagte der Sprecher. Er wollte keine Zahl nennen.

Die Vereinigung Cockpit (VC) erklärte, der Jobabbau und die Streichung von Standorten sei "ein schwerer Schlag für die Beschäftigten". Laut Gewerkschaft will TUIfly nur noch von Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München fliegen - Standorte wie Köln, Bremen oder Münster-Osnabrück würden geschlossen.

TUIfly rechnet laut Sprecher in den kommenden zwei oder drei Jahren nicht damit, das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Auch die Gewerkschaft erklärte, inwieweit sich der Fernreisemarkt schnell erholt, sei zur Zeit schwer vorhersehbar. Dadurch sei die vor kurzem in einem Tarifvertrag zwischen VC und Tuifly festgehaltene Aufnahme von Langstreckenflügen vorerst nicht möglich. "Dies trifft insbesondere das fliegende Personal hart."

Die Kabinengewerkschaft UFO äußerte sich "schockiert". Der TUI-Konzern habe Staatshilfen von 1,8 Milliarden Euro erhalten. "Es darf keine Normalität werden, dass Steuergelder in Unternehmen für die Mitarbeiter zur Bedrohung werden, ganz im Gegenteil: Sie müssen soziale Sicherheit als hohes Gut schützen", forderte der UFO-Vorsitzende Daniel Flohr. Sozial verträgliche Lösungen seien keine Sozialromantik, sie müssten "Normalität in unserer Wirtschaftsordnung sein".

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