Arbeitgeber sehen gute Chancen für Einigung

Tarifverhandlungen für Metaller auf Freitag verschoben

Sindelfingen (AFP) - Nach einem mehr als 20 Stunden dauernden Verhandlungsmarathon haben IG Metall und Arbeitgeber ihre Gespräche über einen neuen Tarifvertrag für Baden-Württemberg vertagt. Die Verhandlungen sollten am Freitagmorgen fortgesetzt werden, teilte die IG Metall mit. Beide Seiten bestätigten erste Fortschritte bei den bislang besonders strittigen Themen.
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Tarifverhandlungen für Metaller auf Freitag verschoben © AFP

Bei den Themen unbefristete Übernahme von Auszubildenden und Leiharbeit seien zwar Fortschritte erzielt worden, erklärte der IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann am Nachmittag bei einem Treffen der großen Tarifkommission. "Aber es sind noch einige dicke Brocken aus dem Weg zu räumen."

Die Annäherung dürfe nicht so interpretiert werden, als wäre der Tarifkonflikt bereits beigelegt, betonte Hofmann. Es werde erst einen Tarifabschluss 2012 geben, "wenn alle drei Themen geregelt sind". Um den Druck auf die Arbeitgeber aufrechtzuerhalten, hätten sich am Mittwoch erneut rund 19.000 Beschäftigte aus 51 Betrieben im Südwesten an Warnstreiks beteiligt.

"Wir haben bei den qualitativen Themen Ausbildung und Zeitarbeit in einigen wesentlichen Punkten eine Annäherung erzielt", erklärte der Vorsitzende von Südwestmetall, Rainer Dulger. "Bei einigen Themen sind wir aber noch nicht ganz am Ziel." Er sei aber zuversichtlich, dass Arbeitgeber und Gewerkschaft am Freitag "ein Gesamtpaket" schnüren könnten.

Schaffen die Tarifparteien in Baden-Württemberg in den strittigen Themen eine Einigung, so wäre dies ein wichtiger Schritt in Richtung eines Pilotabschlusses, der dann für alle 3,6 Millionen Beschäftigen der Branche übernommen werden könnte.

Die Tarifpartner in Baden-Württemberg hatten zuletzt eine Expertenkommission eingesetzt, um bei den Themen Übernahmen und Leiharbeit eine Lösung zu finden. Zudem verlangt die Gewerkschaft 6,5 Prozent mehr Lohn für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten bisher drei Prozent Lohnplus über 14 Monate angeboten.

Sollten die Gespräche scheitern, könnte es laut IG Metall noch vor Pfingsten zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Ausstand der Metaller in Baden-Württemberg geben. Auch dies könnte Pilotcharakter für andere Bezirke haben.

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