Angebotene Lohnerhöhung von umgerechnet wenigen Cent zu gering

Textilarbeiter in Bangladesch setzten Streik fort

Dhaka (AFP) - Textilarbeiterinnen in Bangladesch haben am Montag ihren Streik für höhere Löhne fortgesetzt. Tausende Frauen seien den achten Tag in Folge der Arbeit ferngeblieben, teilte die Polizei mit. Anders als in den vergangenen Tagen kam es aber nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Demonstration von Textilarbeiterinnen in Dhaka Bild anzeigen
Demonstration von Textilarbeiterinnen in Dhaka © AFP

Im Vorort Ashulia der Hauptstadt Dhaka, dem Zentrum der Textilindustrie von Bangladesch, bewachten Hunderte von bewaffneten Polizisten Textilfabriken. In der vergangenen Woche hatte es einen Toten gegeben, als Polizisten in eine Menge von rund 5000 Demonstranten Gummikugeln und Tränengas feuerten.

Unter Vermittlung der Regierung waren am Sonntagabend Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften zusammengekommen. Doch das Angebot, den Lohn um 20 Taka (wenige Cent in Euro) pro Monat zu erhöhen, verärgerte viele Textilarbeiter. "Das ist ungerecht", sagte der Vorsitzende des Textilgewerkschaftsdachverbandes, Ruhul Amin, der Nachrichtenagentur AFP.

Bangladesch erzielt rund 80 Prozent seiner Exporteinnahmen mit Kleidungsverkäufen ins Ausland. Im vergangenen Jahr wurde Bekleidung im Wert von 30 Milliarden Dollar (26 Milliarden Euro) verschifft. Zu den zahlreichen Kunden gehören globale Konzerne wie H&M, Primark, Aldi, Walmart und Tesco.

Die Proteste sind der erste wichtige Test für Premierministerin Sheikh Hasina, deren Parteienbündnis Ende Dezember bei den Parlamentswahlen einen hohen Sieg eingefahren hatte. Die Wahl wurde von Gewalt, tausenden Festnahmen und Fälschungsvorwürfen überschattet.

Trotz ihres Beitrags zum Aufstieg des Landes zu einem wichtigen Produktionsstandort gehören Textilarbeiter in Bangladesch zu den am schlechtesten bezahlten weltweit. Die Industrie ist zudem berüchtigt für ihre schlechten Arbeitsbedingungen. Im April 2013 war die Textilfabrik Rana Plaza unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen eingestürzt. Mindestens 1138 Menschen wurden getötet.

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