American und United verweisen auf Ausbleiben neuer US-Staatshilfen

US-Fluggesellschaften wollen mit Abbau zehntausender Stellen beginnen

New York (AFP) - Angesichts des Ausbleibens neuer Staatshilfen in der Corona-Krise wollen die US-Fluggesellschaft American Airlines und United Airlines mit dem Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen beginnen. Dies kündigten beide Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) an. Am selben Tag lief eine von ihnen getroffene Zusage ab, auf Stellenstreichungen zu verzichten.

Leere Schalter von American Airlines Bild anzeigen Leere Schalter von American Airlines © AFP

American-Airlines-Chef Doug Parker erklärte in einem Schreiben an die Mitarbeiter seines Unternehmens, an diesem Donnerstag werde der für den Oktober geplante Abbau von 19.000 Jobs beginnen. Er begründete dies damit, dass sich der US-Kongress bislang nicht auf neue Stützungsmaßnahmen für die Fluggesellschaften einigen konnte. Deshalb müsse der "schwierige Prozess" des Stellenabbaus eingeleitet werden. United Airlines wiederum kündigte an, die Streichung von 13.432 Stellen einzuleiten.

Beide Fluggesellschaften stellten jedoch in Aussicht, dass der Jobabbau rückgängig gemacht werden könnte, sollten sich die Republikaner von US-Präsident Donald Trump und die oppositionellen Demokraten doch noch auf ein neues Konjunkturpaket inklusive Hilfen für die Luftfahrtbranche einigen.

American Airlines hatte den Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen bereits Ende August angekündigt. Dies soll unter anderem mehr als 6900 Flugbegleiter betreffen. Auch United Airlines hatte schon Anfang September angekündigt, im Oktober rund 16.000 Stellen zu streichen. Allerdings hatten die Fluggesellschaften den Jobabbau vom Ausgang der Verhandlungen im Kongress über neue Corona-Hilfen abhängig gemacht. Diese Verhandlungen kommen aber weiterhin nicht voran.

Ende März hatte der Kongress Hilfen für die US-Fluggesellschaften in Höhe von 25 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) beschlossen. Diese Hilfen sind Teil des gigantischen US-Staatsprogramms gegen die Corona-Krise mit einem Rekordvolumen von 2,2 Billionen Dollar. Am Dienstag dieser Woche gab das US-Finanzministerium dann eine Vereinbarung mit American, United und fünf weiteren US-Fluggesellschaften über die Modalitäten der Kreditvergabe bei der 25-Milliarden-Dollar-Hilfe bekannt.

Doch sind diese Kredite nach Angaben des Ministeriums lediglich für die Deckung laufender Ausgaben bestimmt. Der geplante Abbau zehntausender Stellen kann also dadurch nicht verhindert werden. Die Airlines hatten im Gegenzug für die 25-Milliarden-Dollar-Hilfe zwar zugesagt, keine Stellen zu streichen. Diese Zusage lief jedoch zum 30. September ab.

Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrtbranche weltweit hart getroffen. Die Zahl der Fluggäste ist massiv eingebrochen.