Trump verzichtet auf ab Sonntag angedrohte neue Strafzölle

USA und China verkünden Teileinigung im Handelsstreit

Washington (AFP) - Die USA und China haben einen bedeutenden Schritt zur Beilegung ihres seit mehr als anderthalb Jahren andauernden Handelsstreits gemacht. Die Regierungen in Washington und Peking einigten sich auf die erste Phase für ein umfassendes Handelsabkommen, wie beide Seiten am Freitag bestätigten. US-Präsident Donald Trump kündigte an, deswegen auf neue Strafzölle gegen China zu verzichten, die am Sonntag in Kraft getreten wären.
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Containerschiff in Qingdao © AFP

Es sei ein "sehr großer Phase-Eins-Deal" mit Peking erzielt worden, schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. China habe umfassenden "strukturellen Veränderungen" und einem Kauf von US-Landwirtschaftsprodukten, Energie und weiteren Gütern zugestimmt, schrieb Trump. Nun solle umgehend mit den Verhandlungen für ein Phase-Zwei-Abkommen begonnen werden. "Das ist ein unglaublicher Deal für alle", fügte er hinzu.

Wegen der Teileinigung werden die USA vorerst nicht die ab Sonntag angedrohten neuen Strafzölle gegen chinesische Importe erheben. Trump hatte Strafzölle von 15 Prozent auf Importe aus China im Wert von 160 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) angedroht.

Auch der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen sagte, beide Seiten hätten sich auf den Text für die erste Phase eines Handels- und Wirtschaftsabkommens geeinigt. Darin enthalten sind seinen Angaben zufolge auch Zusagen beim Schutz geistigen Eigentums. In einem nächsten Schritt solle nun "so schnell wie möglich" die formale Unterzeichnung vorbereitet werden. Nach Angaben von Vize-Finanzminister Liao Min nimmt die Volksrepublik nach dem von Trump verkündeten Verzicht auf neue Strafzölle zudem ihrerseits von neuen Vergeltungszöllen Abstand

Die USA liefern sich mit China seit rund 20 Monaten einen erbitterten Handelsstreit, der auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken zulasten von US-Unternehmen und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er setzte deshalb eine Strafzollspirale in Gang, die inzwischen einen großen Teil aller Importe aus China in die USA betrifft. Peking reagierte mit Gegenzöllen.

Zuletzt hatte sich im Konflikt der beiden größten Volkswirtschaften der Welt eine weitere Annäherung angedeutet, nachdem Trump am Donnerstag bei Twitter geschrieben hatte, ein "großer Deal" komme "sehr nahe". Die Chance auf eine baldige Einigung ließ die Aktienkurse weltweit steigen; an der Wall Street, in Asien und in Europa legten die Kurse kräftig zu.

Bereits Mitte Oktober hatte US-Präsident Donald Trump eine "sehr substanzielle" Teileinigung verkündet, die nach seinen Angaben für die erste Phase eines umfassenden Abkommens steht. In der Wirtschaft war die Ankündigung zunächst aber auf zurückhaltende und abwartende Reaktionen gestoßen. Anfang November hatte Peking verkündet, dass beide Seiten sich auf einen schrittweisen Abbau von Zöllen verständigt hätten.

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