Ruf nach weniger Bürokratie und Kostensenkung

Verbändebündnis fordert mehr Gleisanschlüsse für Güterzüge

Berlin (AFP) - Ein breites Verbändebündnis will gegen den Schwund von Gleisanschlüssen für den Gütertransport vorgehen. Am Dienstag übergaben 37 Verbände und Organisationen aus Industrie, Handel, Logistik und öffentlichen Einrichtungen eine entsprechende "Gleisanschluss-Charta" an das Bundesverkehrsministerium. Die Unterzeichner unter Federführung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen fordern unter anderem, den bürokratischen Aufwand und die Kosten für die Verladestellen zu senken.
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Güterzug © AFP

Die Zahl der privaten Gleisanschlüsse an das Schienennetz der Deutschen Bahn ist von rund 11.700 im Jahr 1994 auf 2350 im vergangenen Jahr geschrumpft.

Der Sprecher für Bahnpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Matthias Gastel, forderte: "Künftig muss bei aufkommensstarken Industrie- und Gewerbegebieten der Gleisanschluss so selbstverständlich sein wie die Anbindung an das Straßennetz." Damit die verladende Wirtschaft künftig wieder verstärkt auf die Schiene setzt, müsse die jetzige Förderung verbessert und vereinfacht werden.

"Die heutige Gleisanschlussförderung erscheint für Unternehmen wie ein Bürokratiemonster", kritisierte Gastel. Die Förderempfänger müssten Gütermengen garantieren, die sie nicht garantieren könnten.

Wie das "Handelsblatt" berichtete, gibt es bei der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene weitere Probleme. So seien im Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 nicht wie versprochen 500 Millionen Euro dafür vorgesehen. Wie aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, will sich das Ministerium aber noch dafür einsetzen, dass der Posten aufgenommen wird.

Laut dem Bericht hat sich der Bund dazu verpflichtet, jährlich 350 Millionen Euro bereitzustellen, um die Trassenpreise für den Güterverkehr auf der Schiene zu halbieren. Darüber hinaus sollen Mittel fließen, um Engpässe im Schienennetz schnell zu beseitigen. Dabei geht es unter anderem um 75 Ausbaumaßnahmen, etwa die Verlängerung von Überholstrecken auf 740 Meter. Das soll längere Güterzüge ermöglichen. Bislang seien laut Auskunft der Bundesregierung aber nur drei dieser Maßnahmen gebaut worden.

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