Behörden lassen weitere Bestände töten - Viele Tierhaltungen in der Umgebung

Weitere 92.000 Tiere müssen wegen Geflügelpest-Ausbruch in Niedersachsen sterben

Cloppenburg (AFP) - Nach dem Geflügelpest-Ausbruch in einem Putenmastbetrieb in Niedersachsen lassen die Behörden in umliegenden Ställen mehr als 90.000 Tiere töten, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. In der unmittelbaren Umgebung des betroffenen Betriebs würden "kurzfristig weitere 92.000 Tiere getötet und unschädlich beseitigt", erklärte der Landkreis Cloppenburg am Donnerstag. In dem Betrieb war der hochansteckende Vogelgrippe-Erreger H5N8 festgestellt worden.
Der betroffene Betrieb ist abgesperrt Bild anzeigen
Der betroffene Betrieb ist abgesperrt © AFP

Der Landkreis Cloppenburg ist eine wichtige Agrarregion mit vielen Geflügelmast- und Legehennenhaltungen, dort leben mehr als 13 Millionen Tiere. Zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb richtete der Kreis eine spezielle Sperr- und Beobachtungszone ein. Darin befinden sich nach offiziellen Angaben 134 Betriebe mit rund 885.000 Tieren.

Innerhalb dieser Zone gelten besonders strenge Seuchenschutzmaßnahmen. So werde alle Haltungen ärztlich überwacht. Zudem sind Transporte von Tieren, deren Erzeugnissen oder auch Abfallprodukten wie Mist und Gülle zwischen Höfen bis auf Weiteres verboten.

Das für Vögel hochgradig tödliche H5N8-Virus breitet sich derzeit mutmaßlich über Wildvögel in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern aus. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern befiel er bereits Nutztierbestände.

Die Behörden versuchen, mit der Tötung infizierter Tiere die Ausbreitung aufzuhalten. Zudem werden Stallpflichten angeordnet; Geflügelhalter sind aufgefordert, an den Stalleingängen die Kleidung zu wechseln und Schuhe sowie Hände zu desinfizieren. Das H5N8-Virus verbreitet sich durch den Kot und andere Ausscheidungen von infizierten Vögeln.

Vogelgrippe-Erreger treten in mehreren Varianten auf, die unterschiedlich ansteckend und tödlich sind. Einige können auch Menschen infizieren und Erkrankungen auslösen. H5N8 gehört nach bisherigem Kenntnisstand - anders als etwa H5N1 - aber nicht dazu.

Eine Übertragung der Viren auf Menschen etwa über Geflügelfleisch oder Eier aus dem Handel gilt nach Angaben der Behörden als theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Infektionen auf diesem Weg sind nicht bekannt. Sie resultieren in aller Regel durch engen direkten Kontakt zu kranken Vögeln.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder