Sovello will laut Insolvenzantrag versuchen, mit Hilfe eines vorläufigen Insolvenzverwalters die Geschäfte weiterzuführen. Ein Unternehmenssprecher hatte bereits am Wochenende erklärt, dass Sovello die Produktion auf ein Drittel seiner Kapazität gedrosselt habe und die Einführung von Kurzarbeit prüfe.
"Wir haben alternative Szenarien auf ihre Tragfähigkeit hin geprüft, um die Zahlungfähigkeit wiederherzustellen", erklärte Sovello-Chef Reiner Beutel. Doch trotz "geringer Verschuldung" zieht es das Unternehmen vor, in der Insolvenz "nachhaltig saniert" zu werden. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Bernd Depping bestellt. Dieser erklärte, er sehe wegen der technologisch innovativen Produkte der Firma "gute Gründe" für eine Sanierung.
Sovello hat 1200 Beschäftigte und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Der Sitz ist wie Q-Cells in Thalheim im sogenannten Solar Valley. In dem Industriepark in der Nähe des Leipziger Flughafens haben sich mehrere Unternehmen der Solarindustrie angesiedelt. Ihnen macht der Preisverfall durch die Konkurrenz aus China schwer zu schaffen.
Hinzu kommen nach Angaben der Branche die geplanten Kürzungen der Solarförderung durch den Bund. Der Bundesrat hatte die Kürzungen, die rückwirkend zum 1. April gelten sollen, am Freitag vorerst auf Eis gelegt, indem die Länderkammer den Vermittlungsausschuss anrief. Dort wollen Bund und Länder nun einen Kompromiss suchen.
Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Hans-Josef Fell, erklärte, das "abrupte Abwürgen" der deutschen Solarbranche erweise sich als industriepolitischer Fehler, der korrigiert werden müsse. Der Vermittlungsausschuss müsse schnell und substanziell Verbesserungen vornehmen.
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