Ökonom fordert strengere Regeln im Finanzsystem

Wirtschaftsprofessor für neue Ideen zu Krisenbewältigung

Berlin (AFP) - Der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel hat von den Ökonomen mehr Ideenreichtum und Mut zur Vorbeugung von Krisen eingefordert. Bedauerlicherweise wage es kaum jemand, "sich mit den Herrschenden anzulegen", sagte Hickel im Deutschlandradio Kultur. "Wenn man heute die Banken kritisiert, wenn man beispielsweise die Deutsche Bank mit ihren riesigen Spekulationsgeschäften - etwa mit Nahrungsmitteln auf den Warenterminbörsen - kritisiert, dann kann es ungemütlich werden", sagte Hickel.
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Dabei müssten, um künftige Krisen zu verhindern, die Finanzmärkte gebändigt und Banken zerschlagen werden. Die "übelsten Spekulationsinstrumente" sollten verboten und sogenannte "Schattenbanken" bekämpft werden. Zudem sei eine Finanztransaktionsteuer dringend nötig.

Die Wirtschaftswissenschaften selbst hielten derzeit aber "krampfhaft" an bestimmtem Wirtschaftsmodellen fest. Nach Hickels Auffassung müssten sie neu aufgezogen werden und "als eine Lehre des Versagens des finanzgetriebenen Kapitalismus" begriffen werden. Die Wirtschaftswissenschaften müssten zeigen, dass eine reine Orientierung an der Nutzenmaximierung Fehlentwicklungen provoziere, forderte der Ökonom.

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