Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit

554 Arbeitslose mehr als im Dezember

Kreis Höxter (ozv) - Die saisonalen Beeinträchtigungen der vergangenen Wochen führten zu dem erwarteten deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar. Im Kreis Höxter kletterte die Arbeitslosenzahl um 554 oder 15 Prozent auf 4.334.

Neben den vergleichswiese moderaten Witterungseinflüssen wirkten sich Freisetzungen zum Quartals- bzw. Jahreswechsel, das auslaufende Weihnachts- und Jahresendgeschäft sowie Nichtübernahmen nach Abschluss betrieblicher Ausbildungen negativ auf den Arbeitsmarkt aus. Im Januar mussten sich 1.327 Männer und Frauen arbeitslos melden, knapp 400 mehr als noch im Dezember. Dabei stieg auch die Jugendarbeitslosigkeit wieder deutlich an (plus 19 Prozent).
Im Januar 2011 und 2010 war die Zunahme bei deutlich stärkeren winterlichen Belastungen auch stärker ausgefallen (Januar 2011 plus 613, Januar 2010 plus 654). Trotz der aktuellen Zunahme hielt die positive Grundstimmung an, und die Entspannung am Arbeitsmarkt setzt sich tendenziell fort.
So wird die Arbeitslosenzahl des Vorjahres im Kreis Höxter aktuell um 316 oder 6,8 Prozent unterschritten. Niedriger war die Arbeitslosigkeit im Kreis Höxter in einem Januar zuletzt 1992. Damals wurden 3.968 Arbeitslose gezählt.
Eine deutliche Zunahme der Erwerbslosigkeit war im Januar bei den typischen Saisonberufen (grüne Berufe, Bauberufe, Verkehrsberufe ....) zu verzeichnen (plus 300 oder 26 %). In den weniger saisonabhängigen Metall- und Elektroberufen und in den typischen Dienstleistungsberufen waren überwiegend ebenfalls Anstiege zu verzeichnen, die allerdings deutlich geringer ausfielen.
Die Arbeitslosenquote stieg im Kreis Höxter von 5,2 auf 6,0 Prozent. Im Januar 2011 lag sie bei 6,4 Prozent. Am günstigsten ist die Quote erneut im Geschäftsstellenbezirk Warburg mit 5,9 Prozent. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 191 oder 18,8 Prozent auf 1.208. Die Januarzahl des Vorjahres wird um 34 oder 2,7 Prozent unterschritten. Im Bezirk der Geschäftsstelle Höxter stieg die Arbeitslosenquote von 5,3 auf 6,0 Prozent (Vorjahr 6,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich um 363 oder 13,1 Prozent auf 3.126. Gegenüber Januar 2011 ist das ein Minus von 282 oder 8,3 Prozent.
„In den vergangenen Wochen haben vorwiegend jahreszeitlichen Faktoren den deutlichen und in dieser Höhe durchaus üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahl verursacht", so der Leiter der Paderborner Arbeitsagentur, Rüdiger Matisz, zu den neuen Arbeitsmarktdaten. „Angesicht der bis zuletzt sehr milden Witterung hatte ich allerdings eine etwas geringere Zunahme erwartet", so der Agenturchef. Im Januar 2011 war die Arbeitslosenzahl bei extremem Winterwetter nicht wesentlich stärker angestiegen als jetzt (plus 613). „Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Entwicklung der Kräftenachfrage sehe ich zurzeit nur geringe Impulse für eine weitere Erholung des Arbeitsmarktes", so Matisz. So wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur und Jobcenter im Januar nur 168 freie Stellen gemeldet, 35 Prozent weniger als im Dezember und auch 9 Prozent weniger als im Januar 2011. „Für die nähere Zukunft bin ich allerdings weiter optimistisch, da die Auftragsbücher in den meisten Branchen noch gefüllt sind." Matisz ergänzt: „Ich setze auf eine baldige Frühjahrsbelebung mit wieder deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen, selbst wenn bei den jetzt aufkommenden winterlichen Temperaturen die Arbeitslosigkeit im Februar nochmal leicht zunimmt."
Im Berichtsmonat meldeten sich im Kreisgebiet 1.327 Personen arbeitslos, 389 oder 41,5 Prozent mehr als im Dezember, aber 139 weniger als im Januar 2011. Gleichzeitig kam es zu 768 Abgängen aus der Arbeitslosigkeit; das waren 112 weniger als im Dezember und 95 oder 11 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Versicherungsbereich (SGB III – Arbeitslose) im Januar um 447 oder 30 Prozent auf 1.932. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Rückgang um 5 Arbeitslose (minus 0,3 %).
Im Bereich der Grundsicherung (SBG II – Arbeitslose) erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Januar um 107 oder 4,7 Prozent auf 2.402. Die Vorjahreszahl wird hier um 311 oder 11,5 Prozent unterschritten. Zurzeit entfallen im Kreis Höxter 55,4 Prozent aller Arbeitslosen auf den Bereich der Grundsicherung (Vorjahr 58,3 %).
Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) stieg im Januar um 69 oder 18,9 Prozent auf 435. Die Vorjahreszahl wird um 42 oder 8,8 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen beträgt aktuell 5,1 Prozent; im Vorjahr waren es 5,5 Prozent.
Bei den Älteren (über 50 Jahre) war eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen (plus 164 oder 12,2 % auf 1.507). Der Januarwert des Jahres 2011 wird um 52 (minus 3,3 %) unterschritten.
Vergleichsweise gering war der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis Höxter (plus 54 oder 4,4 % auf 1.293). Hier wird auch der Vorjahreswert deutlich unterschritten, und zwar um 135 oder 9,5 Prozent.
Die Kräftenachfrage blieb im Januar deutlich hinter dem Vergleichswert des Vormonats zurück (minus 89 oder 34,6 %). Mit 168 neuen Stellenangeboten wurde auch das Vorjahresergebnis um 16 oder 8,7 Prozent unterschritten. Der Bestand an unbesetzten offenen Stellen lag am Monatsende mit 632 allerdings weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert, und zwar um 155 oder 32,5 Prozent.
Die Schwerpunkte des Kräftebedarfs lagen zuletzt bei den Fertigungsberufen (282 unbesetzte Stellen – hier überwiegend in den Metall- u. Elektroberufen = 194 und den Bau- und baunahen Berufen = 45), bei den Waren- und Dienstleistungskaufleuten (42), den Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen (48), den Sozial- und Erziehungsberufen (29) sowie den Gesundheitsdienstberufen (55).

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